IN KÜRZE

10 809 Polizisten mit Astrazeneca geimpft Kekulé glaubt weiter an Astrazeneca Anteil der britischen Variante steigt weiter Intensivarzt verteidigt Spahns Impfstopp Britischer Minister betont Sicherheit

von Redaktion

Knapp zweieinhalb Wochen nach Beginn der Impfungen bei der bayerischen Polizei konnte bereits 10 809 Einsatzkräften das Vakzin von Astrazeneca verabreicht werden. „Wir hatten eine starke Nachfrage und haben noch Tausende, die gern geimpft werden wollen“, sagte Innenminister Joachim Herrmann im Innenausschuss des Landtags. Die Polizisten hätten die Impfungen gut vertragen, es habe aber eine Reihe von Kollegen gegeben, die danach „etwas lädiert nieder lagen“. Wegen der bundesweiten Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat sei sie nun auch bei der Polizei abgebrochen. „Ich hoffe aber sehr, dass die Europäischen Arzneimittelagentur zu einem positiven Ergebnis kommt und wir fortfahren können.“

Der Virologe Alexander Kekulé erwartet die Wiederaufnahme von Astrazeneca-Impfungen in Deutschland. Er halte eine neue Impf-Empfehlung „unter Auflagen für wahrscheinlich“, sagte Kekulé der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es komme dabei auf die Begründung und mögliche Einschränkungen an, etwa, dass Astrazeneca „nicht für Personen mit bekanntem Thrombose-Risiko“ genutzt werden solle.

Die ansteckendere und wohl auch gefährlichere Corona-Variante B.1.1.7 verdrängt andere Formen des Virus in Deutschland immer mehr. Ihr Anteil betrage inzwischen 72 Prozent, heißt es in einem Bericht des Robert-Koch-Instituts. Sie werde also inzwischen in etwa drei von vier Proben gefunden. Die Ausbreitung der Variante B.1.351 (Erstnachweis in Südafrika) sei hingegen etwas rückläufig, die Variante P.1 (Brasilien) sei weiter nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen.

Das Präsidiumsmitglied der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, hat die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigt, Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca vorläufig zu stoppen. „Herr Spahn kann doch gar nicht anders entscheiden, wenn die Expertinnen und Experten vom Paul-Ehrlich-Institut ihm so eine Botschaft auf den Tisch legen“, sagte Janssens im Deutschlandfunk.

Nach dem vorläufigen Stopp der Astrazeneca-Impfungen in Deutschland und anderen EU-Staaten hat der britische Gesundheitsminister Matt Hancock die Sicherheit des Mittels betont. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff die Blutgerinnsel verursacht habe, schrieb Hancock in einem Beitrag für die „Sun“. In Großbritannien seien bereits mehr als elf Millionen Astrazeneca-Impfdosen verabreicht. Die Rate der nach Impfungen gemeldeten Blutgerinnsel sei niedriger „als das, was normalerweise in der Gesamtbevölkerung zu erwarten wäre“.

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