Leichlingen – In einem Altenheim im nordrhein-westfälischen Leichlingen haben sich 17 Bewohner offenbar mit dem Coronavirus infiziert. Das haben Schnelltests ergeben, nachdem eine Mitarbeiterin ein positives PCR-Ergebnis hatte. Das Besondere an dem Fall: 14 der Betroffenen haben seit Januar eine vollständige Corona-Impfung.
„Das Positive ist, dass bislang niemand schwere Symptome zeigt“, sagte Joachim Noß, Geschäftsführer des Altenheims Pilgerheim Weltersbach, gegenüber der „Rheinischen Post“. Sollten sich die Infektionen bei den Bewohnern durch weitere PCR-Tests bestätigen, müsse aber über weitere Maßnahmen gesprochen werden. Nach den positiven Schnelltests werden die Bewohner nun mit PCR-Tests getestet. Die ersten Bestätigungen gab es bereits. Insgesamt leben in dem Heim 300 Menschen auf mehrere Häuser verteilt. Von dem möglichen Coronavirus-Ausbruch ist nur ein Haus betroffen.
Anlass zur Verunsicherung über die Corona-Schutzimpfung gibt es laut Pharmakologe und Toxikologe Franz-Xaver Reichl nicht. „Es ist weiterhin wichtig zu wissen, dass die Impfung vor schweren Symptomen schützt“, sagt der Professor des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität. Außerdem schütze sie zu 100 Prozent vor einem coronabedingten Tod. „Wenn diese 17 Bewohner nicht geimpft gewesen wären, wäre das fatal ausgegangen“, sagt Reichl.
Dass man sich trotz Impfung noch mit dem Virus ansteckt, könne durchaus passieren, erklärt der Experte. Der Antikörper-Spiegel könne manchmal nach der Impfung etwas niedrig sein. Dank der vorhandenen Antikörper würde das Immunsystem jedoch jederzeit gegen das Virus arbeiten können. lif