HINTERGRUND

Österreich: Schon mit einer Impfung ins Wirtshaus Ausreise-Testpflicht in Tirol entfällt

von Redaktion

In Österreich soll schon bald eine Corona-Erstimpfung als Eintrittskarte für Restaurants, Veranstaltungen und Hotels gelten. Der grüne Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein kündigte im Parlament an, dass dies 21 Tage nach Erhalt der ersten Dosis gelten solle. Die große Parlamentskammer beschloss eine Gesetzesänderung, mit der Geimpfte und Genesene von der Testpflicht befreit werden können, wenn ab 19. Mai Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur wieder ihre Dienste anbieten. „Natürlich soll das auch ein Anreiz sein, dass man sich impfen lässt“, sagte Mückstein.

In Deutschland sind die Regeln strenger – erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung gibt es Lockerungen für Geimpfte. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bekräftigte gestern noch einmal, dass der österreichische Weg keine Option ist. „Wir würden das jetzt nicht machen“, sagte er. Die Praxis sei mit hohen Risiken verbunden, auch wenn die Erstimpfung bereits einen erhöhten Schutz biete.

Christoph Spinner, Infektiologie und Pandemiebeauftragter des Münchner Klinikums rechts der Isar, sagte, dass die politische Diskussion um den richtigen Zeitpunkt für Erleichterungen für Geimpfte „eine Risiko- Nutzenabwägung widerspiegele. Geschätzt wird eine Immunität um 50 bis 70 Prozent nach einer ersten mRNA-Impfung mit Biontech/Pfizer.“ Etwa sieben bis 14 Tage nach der zweiten Impfung liege der Schutz bei 90 Prozent. Grundsätzlich warnt Spinner davor, „bei ungenügender Impfquote zu früh zu lockern. Das zeigen die Erfahrungen aus Ländern wie Uruguay und vergleichbaren Ländern.“  sts/dpa

Die Ausreisebeschränkungen für das österreichische Bundesland Tirol werden wegen der stabilen Corona-Lage beendet. Ab Donnerstag ist beim Verlassen der Region kein negativer Test mehr nötig. Ein wichtiger Grund für diesen Schritt sei auch der Rückgang einer Virusvariante, die sich aus der britischen Variante entwickelt habe, sagte Tirols Pandemie-Einsatzleiter Elmar Rizzoli. Die Testpflicht war Ende März eingeführt worden. Sie wurde immer wieder verlängert, um die ansteckendere Corona-Variante einzudämmen. Die Zahl der damit infizierten aktiven Fälle sank in den vergangenen zwei Wochen von 950 auf 240. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt bei 175. Tirol will jedoch auch in Zukunft auf Ausreisetests in einzelnen, besonders betroffenen Gemeinden setzen. Dadurch würden auch diejenigen Menschen Tests in Anspruch nehmen, die man sonst nicht erreiche, sagte Rizzoli.  dpa

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