3 FRAGEN AN
Sein Erweckungserlebnis war ein Zweitligaspiel im Olympiastadion, TSV 1860 gegen Karlsruher SC (3:0). Seit diesem Tag im Jahr 1979 hat Axel Dubelowski (alias „Löwen-Bomber“), 51, mit dem Giesinger Traditionsverein alles durchgemacht: Abstiege, Aufstiege, Lizenzentzüge. Aktuell machen die Sechzger dem ehemaligen Fanbeauftragten so viel Spaß wie lange nicht.
2017 reißen enttäuschte Fans die halbe Arena ein, 2021 stehen sie friedlich an der Grünwalder Straße und feiern die Ankunft der 1860-Profis am Stadion. Was ist in diesen vier Jahren passiert?
Ich sag das schon länger: Dieser Doppelabstieg, den ja keiner so wirklich gewollt hat, der hat uns in allen Belangen weitergeholfen. Seitdem geht es stetig bergauf. In der ersten Saison mit Bierofka den Aufstieg aus der Regionalliga geschafft, in der zweiten den Klassenerhalt, in der dritten schon mal oben mitgespielt und jetzt: Platz vier. Wahnsinn! Im Grunde wurde alles besser, seit wir zurück im Sechzger-Stadion sind.
Auf wen oder was, außer auf den Standort Giesing, führen Sie diesen Aufschwung zurück?
Ich will nicht immer den Daniel Bierofka so loben, das tun andere genug. Aber: Sicher hat Bieroka seinen Anteil. Er ist geblieben, er hat gesagt: Ich mach’s – und hat das Heft des Handelns in die Hand genommen. Wichtig war, dass wir mit der jungen Mannschaft direkt wieder raufgekommen sind in die 3. Liga. Aber: Mit Blick auf die Trainerkompetenz war ich kein großer Bierofka-Fan. Jetzt mit Köllner, da sieht man dann doch, was ein gestandener Trainer noch mehr rausholen kann. Man darf auch eines nicht vergessen: Vor dieser Saison galten wir in vielen Umfragen als Abstiegskandidat. Das ist eindeutig Köllners Verdienst, dass es jetzt so steil nach oben geht.
Kann man sich als Fan mit einer eine Liga tiefer spielenden, aber erfolgreichen Mannschaft besser identifizieren?
Mit einem Abstiegsteam kann man sich nie identifizieren, das macht kein Fan. Damals waren schon gute Spieler dabei: Abdoulaye Ba zum Beispiel. In der Summe hat es aber nicht gepasst. Und wenn ich an Ribamar denke, der in Lotte bei seinem ersten Einsatz Rot gesehen hat – da fällst du natürlich vom Glauben ab. Wenn solche Typen dabei sind, macht das Fan-Sein keinen Sinn. Da steht jetzt schon ein ganz anderes Team auf dem Platz. Allein Mölders, unser Fußballgott. Oder Neudecker, der ein absoluter Sympathieträger ist. Wie schon gesagt: Im Nachhinein war der Doppelabstieg Gold wert für uns.
Interview: Uli Kellner