CORONAVIRUS

Johnson & Johnson: 6,5 Mio. Dosen weniger nach Panne Delta-Variante: Großbritannien bangt um Lockerungen

von Redaktion

Nach einer Produktionspanne in einem US-Werk fallen weltweit Millionen zugesagte Lieferungen von Corona-Impfstoffen des Herstellers Johnson & Johnson aus, darunter auch in Deutschland. Das Pharmaunternehmen werde im zweiten Quartal etwa 6,5 Millionen Impfdosen weniger liefern als geplant, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag mit. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, die Liefereinschränkungen seien „bedauerlich, denn jede Impfdose zählt“. Vom Hersteller werde erwartet, dass er die Menge im Juli „schnellstmöglich“ nachliefere. Ursprünglich sollten im laufenden Quartal 10,1 Millionen Dosen in Deutschland eintreffen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte am Freitag mitgeteilt, dass wegen einer möglichen Kontamination in einem Werk in Baltimore mehrere Chargen im Umfang von jeweils mehreren Millionen Dosen des Vakzins von J&J unbrauchbar seien. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, dass 60 Millionen Dosen betroffen seien. Weder die FDA noch der Hersteller nannten eine genaue Zahl.

Derzeit wird noch geprüft, ob 60 Millionen Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs, die ebenfalls in Baltimore produziert wurden, den Qualitätsvorgaben entsprechen. Für zehn Millionen Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson erteilte die FDA die Freigabe.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus Zweifel, ob er die Corona-Beschränkungen im Vereinigten Königreich wie geplant in wenigen Tagen vollständig aufheben kann. Es sei eindeutig, dass diese zuerst in Indien aufgetretene Virus-Variante ansteckender sei, sagte Johnson am Samstag am Rande des G7-Gipfels in Cornwall. Es sei ein Anstieg der Corona-Fallzahlen und der Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern zu beobachten.

Zurzeit werden in Großbritannien täglich mehr als 7000 Neuinfektionen gemeldet – so viele wie zuletzt im Februar. Zwar sei noch unklar, in welchem Maß diese Entwicklung zu einer erhöhten Sterblichkeit führen werde, die derzeitige Lage sei aber „sehr besorgniserregend“, betonte Johnson.

Er deutete an, dass sich die für kommende Woche geplante Aufhebung der verbliebenen Corona-Auflagen verzögern könnten. Er sei weniger zuversichtlich als noch Ende Mai, dass die Beschränkungen wie vorgesehen am 21. Juni wegfallen können. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Johnson will sich heute erneut dazu äußern.

Die Delta-Variante könnte nach Einschätzung der britischen Gesundheitsbehörden um 60 Prozent ansteckender als die bisher in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante. Die Delta-Variante breitete sich in Großbritannien zuletzt stark aus. Die Delta-Variante macht inzwischen mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen in Großbritannien aus.

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