München – BMW, Siemens, Infineon, Osram – die Region München ist Heimat von traditionsreichen Technologiekonzernen. In jüngster Zeit zieht es aber immer mehr Tech-Größen aus aller Welt an die Isar. Eine Auswahl.
Apple
Seit einigen Jahren unterhält der iPhone-Konzern aus dem kalifornischen Palo Alto eine Forschungseinrichtung in München, rund 350 Mobilfunk-Spezialisten arbeiten hier. Jetzt baut Apple den Standort zum „Europäischen Zentrum für Chip-Design“ aus, Ziel sind unter anderem Verbesserungen der 5G-Technologie. In einem Gebäude in der Nähe der Spaten-Brauerei sollen 1500 IT-Experten aus 40 Ländern Platz finden.
2006 startete Google in München mit etwa 15 Mitarbeitern, zehn Jahre später eröffnete der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View ein Entwicklerzentrum im Arnulfpark, inzwischen programmieren hier über 1000 Beschäftigte. Schwerpunkt: Datensicherheit, insbesondere für den Google-Browser Chrome. Vor zwei Jahren hat Google sein „Engeneering Center“ offiziell zur globalen Datenschutzzentrale erklärt. Jetzt soll der Standort wachsen: Aktuell baut Google an der Hackerbrücke die denkmalgeschützte Arnulfpost um. Insgesamt sollen am Standort München einmal 3000 IT-Spezialisten für Google arbeiten.
IBM
Offiziell schweigt IBM zur Zahl seiner Beschäftigten in München, geschätzt dürften es aber tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. In den Highlight-Towers betreibt der Technologie-Riese aus Armonk im US-Bundesstaat New York seit 2017 ein Innovationszentrum namens „IBM Watson Center“. Forschungsschwerpunkte: Internet der Dinge (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI).
Huawei
Der chinesische Technologiekonzern Huawei hat 2009 seinen Standort in München eröffnet, mittlerweile arbeiten hier über 600 Ingenieure und IT-Experten. „München ist inzwischen das größte Forschungszentrum außerhalb von China“, sagt Stefan Feuchtinger, Vize-Leiter des Zentrums. In München profitiert das Unternehmen aus Shenzhen nicht nur von der Nähe zu Telekommunikationsriesen wie Telefónica-O2, unter anderem lässt Huawei in München auch an der Post-5G-Technologie forschen. In Weilheim betreibt Huawei zudem ein Werk, das aktuell erweitert wird.
Amazon
Der Internet-Konzern zog vor rund 20 Jahren von Hallbergmoos (Kreis Freising) nach München. Amazon-Büros finden sich heute in der ganzen Stadt, die größten in Schwabing und nahe dem Odeonsplatz. 2500 Menschen beschäftigt der US-Konzern aus Seattle in München. Ein Großteil arbeitet in der Verwaltung, bedeutend sind auch die Büros der Cloud-Sparte AWS.
Microsoft
Der Softwarekonzern Microsoft aus Redmond im US-Bundesstaat Washington hat 2016 seine Deutschlandzentrale von Unterschleißheim im Landkreis München in die Innenstadt nach Schwabing verlegt. 1800 Menschen beschäftigt Microsoft in München, die meisten im Vertrieb. In der Innenstadt unterhält Microsoft zusätzlich ein kleines Entwickler-Team.
Fujitsu
Mit fast 1300 Beschäftigten ist München der größte deutsche Standort für den Hightech-Konzern aus Tokio. Hervorgegangen ist Fujitsu in München 2009 aus dem deutsch-japanischen Gemeinschaftsunternehmen Fujitsu Siemens Computers. Heute ist die Niederlassung in den Highlight-Towers vor allem eine Vertriebsorganisation. Ein kleines Entwicklerteam aus etwa 40 Experten kümmert sich zudem um Themen wie Industrie 4.0, Blockchain und Quantencomputing.
SAP
Der Software-Riese SAP aus Walldorf in Baden-Württemberg hat seine Präsenz in der Region zuletzt kräftig ausgebaut. „Inzwischen haben wir die Zahl von 1000 Mitarbeitern geknackt“, sagt SAP-Sprecher Björn Emde. Am wichtigsten Standort in Hallbergmoos arbeiten über 500 Mitarbeiter, an der Nymphenburger Straße in München sind es knapp 400. Daneben gibt es Büros in der ganzen Stadt. Im Juli eröffnet SAP in Garching (Kreis München) ein neues Forschungsinstitut auf dem Campus der TU München – Platz für 600 weitere IT-Spezialisten.
Salesforce
Salesforce, der große SAP-Rivale aus San Francisco, hat 2018 in München seine Deutschlandzentrale eröffnet, in direkter Nachbarschaft zu Google im Arnulfpark. Die Zahl der Mitarbeiter kommuniziert Salesforce nicht, insgesamt sei es in Deutschland eine „vierstellige Zahl“, sagt ein Sprecher.
Intel
Wie viele Mitarbeiter Intel in München und in der Infineon-Gemeinde Neubiberg (Kreis München) beschäftigt, teilt der Konzern nicht mit. Sehr viele dürften es aber nicht sein, verglichen mit dem, was möglicherweise kommt: Bekannt ist, dass der Konzern aus Santa Clara in Kalifornien neue Werke plant. Ende April ging die erste Dienstreise des neuen Intel-Chefs Pat Giesinger ausgerechnet nach Deutschland, berichtete damals das „Handelsblatt“. Demnach traf sich der Intel-Chef auch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Spekuliert wird seitdem, ob Intel in München oder Neubiberg eine Großinvestition plant. sh