Wie Klimaaktivisten um Aufmerksamkeit kämpfen

von Redaktion

Autoschlüssel auf der Zugspitze und Sekundenkleber am Rollfeld: Viele Aktionen überschreiten bewusst Grenzen

Garmisch-Partenkirchen – Greenpeace-Aktivisten haben bereits vor wenigen Wochen mit einer umstrittenen Aktion auf der Zugspitze für Aufregung gesorgt. Die Polizei stellte Ende Mai auf dem Schneeferner-Gletscher mehrere Säcke voll mit Autoschlüsseln sicher. Die selbst ernannten Klimaschützer hatten sie zusammen mit Protestplakaten auf den höchsten Berg Deutschlands gebracht. Die Umweltorganisation kritisierte wie bei der fehlgeschlagenen Aktion im EM-Stadion, dass Volkswagen zu langsam auf die Elektromobilität umsteige.

Die Autoschlüssel wurden damals kurz zuvor von Fahrzeugen am Seehafen in Emden abgezogen. Die örtliche Polizei startete Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs und besonders schweren Diebstahls. Greenpeace argumentierte, die Schlüssel nur „entliehen“ zu haben.

In einer offiziellen Stellungnahme ging VW nicht näher auf die Geschehnisse ein – betonte aber, „offen für den kritischen Dialog“ zu sein. Einer Sprecherin zufolge stellte der Konzern keine Anzeige. Die Aktion auf der Zugspitze wurde von der Polizei Garmisch-Partenkirchen als unerlaubte Versammlung gewertet. Immer öfter wählen Klimaaktivisten extreme Formen des Protests, um auf sich aufmerksam zu machen. Anhänger der Bewegung „Extinction Rebellion“ haben sich vor Kurzem an das Foyer des BR-Funkhauses gekettet, zwei Männer haben zudem eine Hand mit Sekundenkleber an den Empfangstresen geklebt. Die Aktivisten forderten – ohne Sinn für Pressefreiheit – „bessere Berichterstattung über die Klima- und Umweltkrise“. Bewusst werden bei den Aktionen Grenzen übertreten. Es wurden auch schon deutsche Flughäfen gestürmt, dort wollten sich die Klimaschützer mit Sekundenkleber am Rollfeld fixieren. „Uns bleibt keine andere Wahl mehr, als uns friedlich für Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz einzusetzen“, sagte eine Aktivistin damals.

In München hat die Bewegung bewiesen, dass sie auch humorvoll demonstrieren kann. Der Wittelsbacher Brunnen und die Brunnen beim Friedensengel spuckten im April giftgrünes Wasser aus, das mit Farbstoff versetzt worden war. Damit, hieß es, wolle man auf die „ungebremste Zerstörung von Ökosystemen“ aufmerksam machen.  sts

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