Die besonders strengen Reisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien und Nordirland, Russland, Indien und Nepal wurden wieder gelockert. Die fünf Länder, in denen sich besonders ansteckende Virusvarianten ausgebreitet hatten, werden vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz, für alle anderen wird sie verkürzt.
Hintergrund ist, dass die Delta-Variante auch in Deutschland schon weit verbreitet ist. Der eigentliche Zweck der drastischen Reisebeschränkungen – die Ausbreitung der Delta-Variante zu bremsen – hat sich damit weitgehend erledigt.
Indien war Ende April als Virusvariantengebiet eingestuft worden, im Mai folgten Nepal und Großbritannien. Das EU-Land Portugal und Russland kamen erst am 29. Juni hinzu. Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen dürfen keine Personen aus Virusvariantengebieten nach Deutschland transportieren, es sei denn, sie sind deutsche Staatsbürger oder haben einen Wohnsitz in Deutschland. Zudem gilt bei Einreise eine 14-tägige Quarantänepflicht – auch wenn er oder sie vollständig geimpft oder genesen ist.
Mit der Herabstufung zum Hochinzidenzgebiet entfällt das Beförderungsverbot ganz, die Einreise nach Deutschland ist für alle Personen wieder grundsätzlich möglich. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen zweiten negativen Test auf fünf Tage verkürzen.
Die Infektionszahlen in den fünf Ländern sind aber weiterhin hoch. Seit vorletzter Woche steigen sie insgesamt in Europa. Großbritannien ist das Land mit den höchsten Zahlen in Europa, gestern verzeichnete das Königreich mit 32 500 Fällen den höchsten Tageswert seit Januar. Auch Portugal ist stark betroffen. Mit der Herabstufung der Länder sinkt die Zahl der Virusvarianten-gebiete weltweit wieder von 16 auf 11. Die verbliebenen Länder sind Brasilien und Uruguay sowie neun Länder in Afrika: Südafrika, Botsuana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia und Simbabwe. dpa