Ungeimpfte haben einer aktuellen Studie des Imperial College London zufolge ein dreimal so hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren, als vollständig Geimpfte. In der Untersuchung wurden 1,2 Prozent von 100 000 Probanden in England positiv auf das Virus getestet, während es unter den vollständig Geimpften nur 0,4 Prozent waren. Die Forscher fanden in ihrer aktuellen Auswertung auch Anzeichen dafür, dass geimpfte Infizierte auch seltener andere Menschen anstecken, da ihre Viruslast geringer sein könnte. 100 Prozent der in der Studie analysierten Proben waren Fälle der Delta-Variante.
Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die coronabedingte Schließung von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 10 außer Vollzug gesetzt. Der Beschluss ist unanfechtbar, wie das Gericht mitteilte (Az.: 13 MN 352/21). Die Antragstellerin, die eine Shisha-Bar in Delmenhorst betreibt, hatte in einem Normenkontrolleilantrag argumentiert, die Schließung sei unverhältnismäßig. Laut Daten vom Robert-Koch-Institut spiele das Infektionsumfeld Gaststätte oder Shisha-Bar nur eine untergeordnete Rolle. Darüber hinaus seien die Inzidenzwerte willkürlich gewählt.
Der Senat entsprach dem Antrag: Es handele sich nicht um eine notwendige Schutzmaßnahme im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz sehe bei einer Inzidenz unter 35 nur allgemeine Regelungen, wie Test- und Maskenpflicht sowie die Kontaktdatenerhebung, äußerstenfalls Zugangsbeschränkungen in Betracht. Generelle Betriebsschließungen einzelner Branchen seien damit nicht vereinbar.
Immer mehr Erwerbstätige sind unzufrieden mit dem Corona-Krisenmanagement der Politik. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten könnten ein Grund dafür sein, erklärten die Experten. Für die Studie wurden Ende Juni bis Mitte Juli rund 5000 Erwerbstätige und Arbeitssuchende befragt, die bereits im Sommer und November 2020 interviewt worden waren. Demnach sank der Anteil derer, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, von 13 Prozent im November 2020 auf acht Prozent. Gleichwohl stieg die Unzufriedenheit mit der Politik. 59 Prozent äußerten sich kritisch zum politischen Krisenmanagement, ein Zuwachs von 15 Prozentpunkten im Vergleich zum November 2020 und sogar 26 Prozentpunkte mehr als im Sommer 2020. Teilweise könne die wachsende Unzufriedenheit mit Lücken im Sozialsystem erklärt werden, die durch die Pandemie sichtbar geworden seien, hieß es in der Untersuchung. So würden nicht alle Menschen gleichermaßen vor Einkommenseinbußen geschützt.