„Ohne Wasser geht im Körper gar nichts“

von Redaktion

Ein Hausarzt über richtiges Trinken, Smoothies und die möglichen Folgen für trockengelegte Nieren

Dr. Oliver Abbushi ist Hausarzt in Deisenhofen im Landkreis München. Im Interview mit unserer Zeitung spricht er darüber, wie richtiges Trinken unsere Gesundheit fördert und unser Leben verlängern kann.

Dr. Abbushi, wie viel sollte ein Erwachsener trinken?

Pro Tag sollte man etwa zwei Liter trinken. Dabei ist es unerheblich, was. Früher war es Lehrmeinung, dass Kaffee ungeeignet sei, aber das gilt als veraltet. Hauptsache ist, dass es flüssig ist. Man sollte nur bei Smoothies und Fruchtsäften vorsichtig sein. Obst enthält zwar viele Vitamine, aber auch viel Zucker. Das kann zu Diabetes führen.

Warum ist ausreichend zu trinken so wichtig?

Der Wasserhaushalt ist für den menschlichen Körper etwa so wichtig wie Benzin für ein Auto. Alle Funktionen basieren auf Wasser und leiden, wenn zu wenig Flüssigkeit im System ist. Kurzfristig merkt man das an einer schlechteren körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Langfristig kann es auch zu schweren Erkrankungen führen. Man muss sich das bildlich vorstellen. Wenn man zu wenig trinkt, verdickt sich das Blut und fließt schlechter. Das erhöht das Risiko von Schlaganfällen und besonders bei älteren Menschen die Gefahr von Stürzen. Besonders betroffen sind aber die Nieren. Die entgiften den Körper über den Urin und können ohne Flüssigkeit nicht arbeiten. Ein langfristiger Wassermangel kann außerdem Nierensteine begünstigen. Man kann es aber auch positiver formulieren. Richtiges Trinken kann sich positiv auf die Lebenserwartung auswirken.

Zählt Bier auch?

Nein. Bier enthält Alkohol und der neigt – neben anderen negativen Effekten – dazu, den Körper auszutrocknen, egal in welcher Konzentration. Deshalb relativiert er die restliche Flüssigkeit.

Was tun, wenn man keinen Durst hat?

Das geht vielen so. Da sollte man sich Regeln setzen. Man trinkt beispielsweise noch zuhause vor der Arbeit einen halben Liter Leitungswasser und noch einen, wenn man wieder nach Hause kommt. Damit ist schon die Hälfte geschafft.

Kann man auch zu viel trinken?

Eigentlich nicht. Die Niere scheidet alles aus, was zu viel ist. Mehr als drei Liter sollten es trotzdem nicht sein.

Gibt es Ausnahmen?

Ja, Menschen, die zu Wassereinlagerungen neigen oder Herzschwäche haben, müssen ihren Konsum eventuell regulieren. Das muss aber immer durch einen Arzt angewiesen werden und darf nicht eigenmächtig geschehen.

Interview: Matthias Schneider

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