Kantig, grantig und gefestigt

von Redaktion

Von Anton Hofreiter gibt es unfassbar viele Details, die die Welt kaum weiß. Kleine und große. Sein linkes Bein ist vier Zentimeter länger als das rechte, er promovierte über das Inka-Liliengewächs, traf sich mehrfach heimlich mit Alexander Dobrindt, er kann aus dem Nichts einen langen Vortrag über den Schachtelhalm halten und Alpenblumen in Wasserfarben malen. Kein Zweifel: Der 51-Jährige aus Sauerlach südlich von München ist alles andere als langweilig. Er kann unterhaltsam sein, mitreißend. Aber kann er auch Minister?

Im grünen Machtgefüge ist der Bayer schon seit 2013 auf einer Schlüsselstelle, Fraktionschef an der Seite von Katrin Göring-Eckardt, eine Ewigkeit. Trotz unrundem Start wurde er zur Symbolfigur des linken Flügels. Von allen, die sich dazu nicht zählen, bekam er oft Spott, meist oberflächlich (Haare, vollgestopfte Hosentaschen, Dialekt). Er hat es meist ignoriert. „Kantig, grantig, unangepasst“, titelte unsere Zeitung 2014. Themen fürs Kabinett: Als Verkehrsexperte trieb er die CSU vor sich her (Maut!). Und natürlich alles rund um Biologie, also Agrar bis Umwelt.  cd

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