Dass Christian Lindner als Abiturient am städtischen Gymnasium Wermelskirchen einst darüber philosophierte, dass Probleme nur „dornige Chancen“ seien, hat ihm nicht nur Bewunderung eingebracht. 24 Jahre später darf er sich bestätigt fühlen. Denn der FDP-Chef, der Jamaika 2017 spektakulär scheitern ließ, will im zweiten Koalitionsanlauf seine Chance nutzen und eine Konstellation, die für die Liberalen durchaus problematisch war, zu einem beeindruckenden Verhandlungserfolg bringen. Ob er wirklich die Sondierung im Falle eines Tempolimits abgebrochen hätte, wie Grünen-Chef Habeck glaubt, ist dabei fast egal. Es sind nicht nur die 130 km/h, auch Steuererhöhungen umkurvte er. Am Ziel ist er freilich noch nicht. Das Finanzministerium ist Lindner deutlich wichtiger als der Kampf gegen Tempo 130. mb