Sachsen fährt ab Montag weite Teile des öffentlichen Lebens runter. Das teilte die Regierung am Freitagabend mit. Schließen müssen alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bibliotheken, Bars, Clubs, Diskos und Weihnachtsmärkte. Die Gastronomie soll mit der 2G-Regel bis 20 Uhr öffnen dürfen. Großveranstaltungen, Feste und Messen werden untersagt. Für Hotspot-Regionen mit einer Inzidenz über 1000 gilt ab 22 Uhr eine Ausgangssperre für Ungeimpfte. Die Maßnahmen gelten bis 12. Dezember. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einem „harten Wellenbrecher“. Das sei „schwer, aber notwendig“. Schulen und Kitas bleiben offen. Thüringen hatte angekündigt, sich an Sachsen zu orientieren.
Trotz hoher Corona-Zahlen will Tschechien auf einen landesweiten Lockdown verzichten. „Tschechien wird nicht dem Beispiel Österreichs folgen – auf keinen Fall“, sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis in Prag. Gegen flächendeckende Schließungen hatte sich auch sein designierter Nachfolger, der Liberalkonservative Petr Fiala, ausgesprochen. Von Montag an wird in vielen Bereichen wie in Gaststätten und Hotels die 2G-Regel gelten. Das Kabinett beschloss zudem eine Ausweitung der Massentests. Ungeimpfte Schüler müssen nun wöchentlich einen Antigentest absolvieren. Auch in den Firmen müssen Ungeimpfte wöchentlich getestet werden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Tschechien bei 847, die Impfquote bei 58 Prozent.
Die Veranstalter des Weihnachtsmarktes im Schlosshof von Gloria Fürstin von Thurn und Taxis in Regensburg wollen die Schließung nicht akzeptieren. „Solange mir keine rechtsverbindliche schriftliche Untersagung vorliegt, werden wir den Markt weiter betreiben“, teilte Veranstalter Peter Kittel am Freitag mit. Er lasse juristische Schritte prüfen. Von der Stadt Regensburg liege eine gültige Genehmigung für die Eröffnung am Freitag vor. Auf dem Markt würden sehr straffe 2G-Regeln umgesetzt, man sei an der frischen Luft und auf einem weitläufigen, durchgehend umwehrten Privatgelände. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass ein Fußballspiel mit Zuschauern stattfinden kann, aber unser Markt infrage gestellt wird“, sagte Kittel.
Das Land Baden-Württemberg greift durch, um die Zahl der Intensivbetten für Covid-19-Patienten kurzfristig zu erhöhen. Die Regierung wies die Kliniken an, mindestens 40 Prozent ihrer Intensivplätze für Covid-19-Fälle frei zu halten. Trotz wiederholter Appelle hätten sich bisher manche Krankenhäuser nicht an die Bitte des Landes gehalten. Laut den Unikliniken Ulm und Freiburg könnten bis Donnerstag landesweit zwischen 750 und über 1000 Intensivbetten für Covid-19-Fälle gebraucht werden. Derzeit sind 439 mit solchen Fällen belegt.