Weilheim – Jetzt hat es auch den Landkreis Weilheim-Schongau erwischt. Seit gestern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 1000, genauer bei 1115 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Damit ist der Landkreis ein regionaler Hotspot. Ab dem heutigen Freitag müssen Gastronomiebetriebe schließen, genauso wie Hotels für die Touristen. Kultur- und Sportveranstaltungen entfallen. Geimpfte und Genesene dürfen weiter zum Friseur, Schulen und Kindertagesstätten bleiben geöffnet, aber Bibliotheken haben geschlossen. Damit folgt Weilheim-Schongau den Landkreisen Rottal-Inn (Sieben-Tage-Inzidenz: 1049) und Freyung-Grafenau (1149) in den Lockdown.
Während die Infektionszahlen regional noch immer weiter steigen können, lässt sich bayernweit eine leichte Entspannung verzeichnen. Gestern meldete das Robert-Koch-Institut eine Inzidenz von 571,6. Das ist ein Rückgang um 17,7 im Vergleich zum Mittwoch. Bundesweit hat Bayern damit die fünfthöchste Inzidenz. Deutscher Durchschnitt sind 439.
Auch in Oberbayern ist die Entspannung vielerorts zu spüren – die Kreise Mühldorf und Rosenheim sind unter die entscheidende 1000er-Marke gefallen. In Bayerns Krankenhäusern herrscht hingegen weiter Ausnahmezustand. In dieser Woche sollen 21 Covid-Intensivpatienten aus dem Freistaat in andere Bundesländer verlegt werden. Das sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Zwei Patienten wurden am Mittwoch bereits verlegt, 17 weitere sollten gestern und heute folgen, bei zweien waren die Einzelheiten noch nicht geklärt. Die Planungen können sich jedoch kurzfristig ändern – ein maßgeblicher Faktor ist der Zustand der Patienten. Zudem lehnen Angehörige die Verlegung in eine mehrere hundert Kilometer entfernte Klinik immer wieder ab. S. SESSLER