„Haben schon Impfarme zum Üben bestellt“

von Redaktion

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Apotheker sollen schon bald gegen das Coronavirus impfen dürfen. Elke Wanie arbeitet in der Linden-Apotheke in Bad Aibling im Landkreis Rosenheim. Die Apothekerin ist Mitglied im Vorstand der Bayerischen Landesapothekerkammer. Im Interview erklärt sie, warum sie den Beschluss für richtig hält.

Sie werden schon bald Vakzine verabreichen dürfen. Wie finden Sie das?

Wir sind im Prinzip bereit, uns bei der Impfkampagne einzubringen. Apotheker brauchen zunächst die gesetzliche Grundlage dafür. Vorher muss aber genügend Impfstoff vorhanden sein. Im vergangenen Jahr haben wir in bestimmten Testregionen gegen Grippe geimpft. Dafür gibt es eine theoretische und praktische Fortbildung und diese kann schnell auf Covid umgestellt werden.

Eine Schulung ist also auf alle Fälle notwendig.

Ohne geht es nicht. Wir sind Pharmazeuten und haben im Studium viel zu Arzneimittelwirkung gelernt, aber nicht, am Patienten zu arbeiten. Das und was wir im Notfall machen, wenn es jemandem nach der Impfung nicht gut geht, müssten wir lernen und in der Praxis üben. Deshalb könnten wir in Arztpraxen oder in Impfzentren hospitieren. Wir haben von der Apothekerkammer aus sogar schon künstliche Impfarme zum Üben bestellt.

Apotheker führen zusätzlich zum normalen Geschäft Schnelltests durch und stellen Impfzertifikate aus. Ist Impfen dann nicht ein bisschen viel?

Nicht jede Apotheke wird den zusätzlichen Aufwand stemmen können. Das ist eine Frage der Personalkapazität und der Logistik. Man muss Termine vergeben, damit kein Impfstoff verloren geht. Man muss die Leute aufklären und sie unter Aufsicht von geschultem Personal nach der Impfung in einem geeigneten Raum beaufsichtigen.

Interview: Alexandra Schöne

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