Erstmals eine Frau

von Redaktion

Faeser übernimmt das Innenministerium

Der Wahlausgang war für die SPD in Hessen besonders erfreulich. Nach Jahren der schmerzhaften Niederlagen hatte sie die CDU hinter sich gelassen, mit einem Zweitstimmenergebnis über dem Bundesschnitt. Das gilt auch als Erfolg von Nancy Faeser. Als SPD-Landeschefin und Fraktionsvorsitzende rechnete sie immer wieder angriffslustig und klar in der Argumentation mit der schwarz-grünen Landesregierung ab.

Den Wahltag erlebte Faeser im Krankenhaus. Sie habe etwas zu viel Wahlkampf gemacht, sei nach ihrem letzten Termin ohnmächtig geworden und stoße jetzt mit Selters auf Olaf Scholz an, twitterte sie vom Krankenbett. Ob sie da schon ahnte, dass der sie in sein Kabinett holen würde, sollte er Kanzler werden? Ihr Name fiel in Fachkreisen jedenfalls früh.

Das Innen- und das Justizressort schienen Optionen. Die 51-jährige Juristin arbeitet bislang als Rechtsanwältin für eine Wirtschaftskanzlei, ist verheiratet und hat einen Sohn. Im hessischen Landtag sitzt sie seit 2003. Sie war schon einmal für einen Posten im Bundeskabinett im Gespräch – als Nachfolgerin der damaligen Justizministerin Katarina Barley, die 2019 nach Brüssel wechselte. Doch stattdessen trat Faeser, damals Generalsekretärin der Hessen-SPD, die Nachfolge des gerade zurückgetretenen Landes- und Fraktionschefs Thorsten Schäfer-Gümbel an.

Als Bundesinnenministerin – sie ist die erste Frau in diesem Amt – sei es ihr ein besonderes Anliegen, sagt Faeser, „die derzeit größte Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, den Rechtsextremismus, zu bekämpfen“. Auf Landesebene machte sie sich einen Namen als Mitglied im hessischen NSU-Untersuchungsausschuss. Für innere Sicherheit, so die künftige Ministerin, sorge man am besten mit gut ausgebildetem und gut ausgestattetem Personal bei den Sicherheitsbehörden, insbesondere bei der Bundespolizei, deren Dienstherrin sie nun wird. S. REICH

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