Die Preissteigerung spüren Verbraucher meistens an der Kasse. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zieht darum einen großen, virtuellen Warenkorb zurate. Jeden Monat werten Statistiker die Preise von rund 300 000 Produkten aus. Dazu gehören Alltagsgüter wie Miete, Benzin oder Gemüse, aber auch Nischenprodukte wie Zigarren.
Die Preise werden jeweils ins Verhältnis zum Vormonat gesetzt. Um Verzerrungen zu vermeiden, werden die Produkte stets im selben Geschäft gekauft. Weil nicht jeder Posten gleich wichtig ist, werden die Produkte unterschiedlich gewichtet. Aktuell gültig ist das Wägungsschema für das Basisjahr 2015. Die Gewichtung wird in der Regel nur alle fünf Jahre aktualisiert, um die Preisentwicklung verzerrungsfrei darstellen zu können.
Im aktuellen Schema machen Nahrungsmittel rund 8,5 Prozent aus, die Warmmiete mit Strom rund 32 Prozent. Der zweitgrößte Posten ist mit knapp 13 Prozent der Verkehr. Auf den hinteren Rängen rangieren unter anderem „Schmalz und anderes tierisches Speisefett“ (Gewichtung: 0,004 Prozent) und „MP3-Player oder Ähnliches“. Die allgemeine Inflation sagt jedoch wenig über die persönliche Teuerungsrate aus. Ein Nichtraucher muss keine Zigaretten bezahlen (Gewichtung: 1,7 Prozent), ein Autofahrer leidet jedoch überproportional stark unter hohen Benzinpreisen (Gewichtung: 2,5 Prozent). mas