Europa bekommt den fünften Impfstoff

von Redaktion

Grünes Licht für das proteinbasierte Corona-Vakzin des US-Konzerns Novavax

Amsterdam – Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Pharmakonzerns Novavax in der EU gegeben. Die EMA empfahl gestern eine bedingte Marktzulassung des proteinbasierten Impfstoffs Nuvaxovid für Menschen ab 18 Jahren. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung trifft die EU-Kommission, dies gilt jedoch als Formsache.

Bislang sind in der EU die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson zugelassen. Mit dem Novavax-Impfstoff steht in den EU nun auch ein proteinbasierter Impfstoff zur Verfügung – eine seit Langem genutzte Methode. Dies könnte interessant sein für Menschen, die Vorbehalte gegen die neuartigen Technologien der bislang zugelassenen Impfstoffe haben.

Novavax-Chef Stanley Erck hatte kürzlich erklärt, sein Unternehmen freue sich darauf, in Europa eine zusätzliche Impfstoffoption anzubieten, die auf einer „bewährten“ Technologie beruhe. Der Novavax-Impfstoff könne so dazu beitragen, die „größten Hindernisse“ bei der weltweiten Impfkampagne zu überwinden. Die Immunisierung mit dem Impfstoff erfolgt mit zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Im Juni hatte Novavax mitgeteilt, sein Vakzin habe eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent. Es schütze auch vor Virusvarianten und zudem zu 100 Prozent vor „moderaten und schweren“ Krankheitsverläufen. Wie gut genau das Mittel gegen die erst Ende November entdeckte Variante Omikron schützt, ist allerdings unklar.

Indonesien und die Philippinen haben den Impfstoff von Novavax bereits zugelassen. Das Unternehmen hat zudem Zulassungsanträge in Großbritannien, Indien, Australien, Neuseeland, Kanada und bei der Weltgesundheitsorganisation gestellt.

Die EU-Kommission hat im Namen der Mitgliedstaaten bereits einen Kaufvertrag mit Novavax über bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen in diesem und im kommenden Jahr geschlossen. Außerdem enthält der Vertrag eine Option auf 100 Millionen weitere Impfdosen in den Jahren 2021, 2022 und 2023. Deutschland hat den Impfstoff für das kommende Jahr bereits eingeplant.

Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sprach von einer „sehr guten Nachricht“. Stark-Watzinger äußerte die Hoffnung, dass nun auch die Ständige Impfkommission den Einsatz des Vakzins in Deutschland zügig empfehlen werde.

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