RKI kämpft gegen Falschinformation

von Redaktion

Macht die Impfung unfruchtbar? Studien widerlegen das Gerücht

Berlin – Aktuell kann sich in Deutschland jeder Erwachsene gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch gerade unter jungen Menschen wird oft gegen die Spritze argumentiert, man wolle sich dadurch nicht den Kinderwunsch verbauen. Das Gerücht, eine Impfung könne unfruchtbar machen, hält sich so hartnäckig, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt in einem Frage-und-Antwort-Stück darauf eingeht. Dort heißt es: „Diese Aussage ist falsch.“

Das RKI zählt mehrere Punkte auf, die das untermauern: In den nicht-klinischen Studien vor Zulassung der Impfstoffe habe es keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit nach der Impfung gegeben. In einer aktuellen Studie aus Israel ging es um die weibliche Fruchtbarkeit im Zusammenhang mit der Impfung. Im Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv wurde bei 129 vollständig mit Biontech geimpften Frauen der Spiegel des Anti-Müller-Hormons überwacht. Dieses gibt Aufschluss darüber, wie viele Eizellen eine geschlechtsreife Frau produziert. Ergebnis war, dass die Impfung keinen Einfluss auf das Hormonlevel hatte. Nach einer Studie der University of Miami müssen sich auch Männer keine Sorgen machen: Vor und nach Gabe von zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffes waren die Spermien der untersuchten 45 Männer zwischen 18 und 50 Jahren gleich fit.

Wie konnte die Falschinformation, die Impfung mache unfruchtbar, entstehen? Eine Antwort darauf geben Forscher der Uni Jena: Sie widerlegen eine im Netz verbreitete Behauptung, die nach der mRNA-Impfung vom Immunsystem gebildeten Antikörper richteten sich gegen Bestandteile der Plazenta. „Weder aus den bisherigen Erfahrungen mit Schwangeren, die an Covid-19 erkrankt sind, noch aus Sicht der Plazentaforschung lässt sich die Behauptung belegen“, sagt Ekkehard Schleußner, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin.  dpa

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