London – Mehrere britische Kliniken haben aufgrund der steigenden Omikron-Fälle den Katastrophenfall ausgerufen. Die Regierung in London wehrt sich derweil gegen die Einführung schärferer Corona-Maßnahmen, während durch Quarantäne fehlendes Personal das System auf eine Zerreißprobe stellt.
Premierminister Boris Johnson hält an seinem lockeren Corona-Kurs fest, obwohl er einräumte, dass der Druck auf das Gesundheitssystem noch einige Wochen andauern würde. Allein am Dienstag wurden in Großbritannien über 218 000 Neuinfektionen gemeldet, die Dunkelziffer nach den Feiertagen dürfte hoch sein – und die Hospitalisierungsrate ist mit Faktor 14,57 rund fünf Mal so hoch wie in Deutschland.
Auch in anderen Ländern wie etwa in Spanien steigen die Infektionszahlen sprunghaft an. Noch im Oktober konnte Madrid bei der Sieben-Tage-Inzidenz einen Tiefstwert von 18 vermelden, jetzt liegt sie im ganzen Land bereits bei über 1500. Die Lage in den Krankenhäusern ist jedoch unter Kontrolle, auch weil über 80 Prozent der Menschen geimpft sind und mildere Krankheitsverläufe haben. „Nur die wenigsten Infizierten müssen auf die Intensivstation“, sagte Präsidentschaftsminister Félix Bolaños. In Frankreich wurden am Dienstag über 270 000 Neuinfektionen gezählt.
Auch in den USA verbreitet sich Omikron rasend schnell. Am Montag wurden erstmals mehr als eine Million Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Es kommt zu massiven Ausfällen im Flugverkehr, da sich infizierte Mitarbeiter und Kontaktpersonen in Quarantäne befinden.