Halb Deutschland hat schon 5G – Probleme auf dem Land

von Redaktion

München – Das Mobilfunknetz in Deutschland ist nach einer Studie des Ifo-Instituts besser als sein Ruf. In den vergangenen zehn Jahren seien über 33 000 neue Masten gebaut worden, sodass nun über 70 000 Standorte für Funksysteme nutzbar sind. Dadurch seien viele Lücken im Mobilfunknetz geschlossen worden. Trotzdem ist der Bedarf noch nicht gedeckt. Denn der Ausbau des 5G-Netzes läuft.

Erst im Jahr 2019 waren die Lizenzen versteigert worden. „Wir erreichen in unserem Netz 90 Prozent der Deutschen mit 5G“, sagte Telekom-Deutschlandchef Srini Gopalan kürzlich. Vodafones 5G-Netz erreicht nach eigenen Angaben derzeit 45 Prozent der Haushalte. Bei Telefónica sind es 30 Prozent. Die Zahlen der Netzbetreiber sind aber nur bedingt vergleichbar, weil die Telekom schwerpunktmäßig auf eher niedrige Frequenzen mit einer großen Reichweite setzt. Vodafone und Telefónica haben ihren Fokus auf höhere Frequenzen gelegt, wo die Bandbreite größer und die Reichweite gering ist, man also mehr Masten braucht.

Zudem beziehen sich die Zahlen auf Haushalte, nicht auf die Fläche. Das bedeutet, dass bisher vor allem Ballungsräume bedient wurden. In der Fläche will die Telekom erst bis Ende 2025 die 90 Prozent erreichen. Nach aktuellen Daten der Bundesnetzagentur werden aktuell über 53 Prozent der Fläche der Bundesrepublik von mindestens einem Anbieter mit dem 5G-Standard versorgt. Zum Vergleich: Bei 4G sind es derzeit 96 Prozent der Fläche.

Funklöcher gibt es vor allem in ländlichen Gebieten. Laut ifo-Institut wird es schwieriger, neue Standorte für Masten zu finden. Viele Grundstückseigentümer seien nicht bereit, Flächen bereitzustellen. Dazu kämen langwierige Genehmigungsverfahren. Das Institut plädiert für eine frühzeitige Einbindung der lokalen Bevölkerung in die Standortsuche. wha

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