Seit Sonntag leben in Schäftlarn im Kreis München zwei Familien aus der Ukraine, darunter ein Baby. Es sind die Frauen und Kinder des Busunternehmers Andrij Gromjak aus Brody und seines Schwagers. Der Ukrainer ist in Schäftlarn bekannt: Seit Jahren brachte er Delegationen sowie Kinder aus Pidkamin, das seit langem mit Schäftlarn eine Städtefreundschaft hat. Pidkamin liegt etwa 25 Kilometer von Brody entfernt. Als nur 200 Meter von seinem Zuhause entfernt Militärhubschrauber kreisten, beschloss er, seine Familie nach Schäftlarn zu bringen. Hier wurde nicht gezögert. „Alle haben Hand in Hand gearbeitet“, sagt Bürgermeister Christian Fürst. Im Feuerwehrgerätehaus wurden Feldbetten aufgebaut und das ganze Dorf half zusammen. Viele Angebote liefen ein, die Flüchtlinge privat unterzubringen. Ab heute wohnen die Familien im Hotel Hubertus in Ebenhausen – ohne Männer. Gromjak und sein Schwager fahren zurück nach Brody, das Auto voll mit Hilfsgütern aus Schäftlarn. „Wann sich die Familien wiedersehen, wissen wir nicht“, sagte Maria Reitinger, Vorsitzende der Osteuropahilfe und wichtige Kontaktperson der Familien. S. HERMSDORF-HISS