Erinnerungen an das Jahr 2015

von Redaktion

Bundespolizei versorgt und registriert Geflüchtete

Rosenheim/Freilassing – Die Kontrollen an den Bahnhöfen im bayerischen Grenzgebiet sind so eingespielt wie im Jahr 2015. Die Bundespolizisten kontrollieren alle Züge, die aus Osteuropa kommen. „Am Freitag saßen in jedem Zug etwa 60 bis 90 Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind“, berichtet Rainer Scharf, Sprecher der Bundespolizei Rosenheim. In Freilassing waren es bis zu 150 pro Zug. Die meisten Menschen haben einen Reisepass dabei, sagt Scharf. Sie dürfen direkt weiterfahren. Alle anderen werden mit zur Dienststelle genommen, versorgt und erfasst. „Papiere haben fast alle.“ Die Turnhalle der Rosenheimer Bundespolizei ist wieder umfunktioniert – dort können sich die Geflüchteten ausruhen und werden versorgt. Sobald ihre Daten erfasst sind, werden sie mit einem Bus wieder zum Bahnhof gebracht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verteilt sie auf die Erstaufnahmeeinrichtungen. Von der Bundespolizei bekommen sie die nötigen Informationen dazu. Unter den Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet seien vereinzelt auch Flüchtlinge aus anderen Staaten, berichtet Scharf. Deshalb seien die Kontrollen an den Bahnhöfen so wichtig.

In Freilassing hat die Bayerische Regiobahn (BRB) einen geheizten Triebwagen zur Verfügung gestellt. Dort können sich die Geflüchteten ausruhen, bis sie registriert wurden und der nächste Zug nach München geht. Es gibt Toiletten, Waschmöglichkeiten und Steckdosen zum Aufladen der Handy-Akkus. Der Bahnhof Freilassing ist für große Gruppen von Menschen sehr ungeeignet, es gibt nur eine kleine Halle und Container-Toiletten. Die Menschen hätten ohne den Zug bei Minusgraden warten müssen. „Viele machen einen sehr erschöpften Eindruck“, berichtet der BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann. Sie sind seit Tagen unterwegs. Freitag richtete die Bundespolizei auch einen Shuttle zur Dienststelle ein.  kwo/hud

Artikel 4 von 4