Der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) hält Enteignungen russischer Oligarchen wie zum Beispiel Alischer Usmanow, der am Tegernsee mehrere Villen besitzt, für denkbar. Enteignungen müssten geprüft werden, sagte der Landrat. Allerdings betonte er, zunächst gehe es darum, Oligarchen zur Einflussnahme auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin aufzufordern. „Wenn wir die Oligarchen dazu bewegen wollen, auf Putin einzuwirken, den Krieg zu beenden, dann ist die Drohung mit Enteignungen kontraproduktiv“, sagte Löwis. „Aber die Möglichkeiten von Enteignungen müssen geprüft werden und können durchaus eine weitere Stufe der Sanktionen darstellen.“ Die EU hat das Vermögen Usmanows eingefroren, der seit 2009 den Fecht-Weltverband führt und mit Millionensummen alimentiert. Am Mittwoch hatten aus Protest gegen den Krieg in der Ukraine rund 300 Menschen unweit einer Villa Usmanows in Rottach-Egern demonstriert.
Aus Protest will Litauens Hauptstadt Vilnius einen bislang namenlosen Weg zur russischen Botschaft in Vilnius „Ukrainische Heldenstraße“ nennen. Das kündigte Bürgermeister Remigijus Simasius an. Ziel sei es, Russlands Staatschef Wladimir Putin „mitzuteilen, dass die Ukrainer wirklich existieren und dass sie die wahren Helden sind“. Den Kreml-Chef bezeichnete er als „Nazi“. Der Stadtrat soll die Benennung kommende Woche beschließen, „Ukrainische Heldenstraße“ wäre dann die neue offizielle Adresse der Botschaft. „Das Straßenschild auf der russischen Botschaft wird Putin daran erinnern, dass Den Haag auf ihn wartet“, sagte Simasius mit Blick auf den Internationalen Strafgerichtshof, der wegen möglicher Kriegsverbrechen ermittelt. Vilnius hatte bereits 2018 einen Platz nahe der Botschaft nach dem ermordeten russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow umbenannt.