Krebsvorsorge: Warum sie für uns so wichtig ist

von Redaktion

VON ULRIKE SCHMIDT

München – Es ist schon ein bisschen speziell: Im Gourmetrestaurant „Pageou“ in den Fünf Höfen in München sitzt das Schauspielerpaar Adnan und Franziska Maral und spricht mit Starkoch Ali Güngörmüs (45) über, ja über – Darmkrebsvorsorge. Adnan Maral (53, „Türkisch für Anfänger“) macht derzeit als Star einer Kampagne Werbung für Darmkrebsvorsorge, um bösartige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen. Dafür singt und tanzt er mit Simon Licht in einem TV-Spot der Felix-Burda-Stiftung, die den Arztbesuch im Darmkrebsmonat März zum Hit machen will.

Burda-Sohn starb mit erst 33 Jahren

Das alles hat einen traurigen Grund: Der älteste Sohn von Verleger Hubert Burda starb 2001 mit erst 33 Jahren an Darmkrebs. Und es hätte nicht sein müssen: Denn wenn die Vorstufen (Polypen) bei einer Vorsorgeuntersuchung rechtzeitig gesehen worden wären, wäre der Krebs gar nicht erst entstanden. Felix’ letzter Wunsch: dass sich eine Stiftung mit seinem Namen dafür einsetzt, anderen sein Schicksal zu ersparen. Seither wirbt die Felix-Burda-Stiftung für Vorsorge. 63 000 Neuerkrankungen im Jahr in Deutschland, 24 400 Menschen sterben an Darmkrebs, weil sie erst zum Arzt gehen, wenn sich Symptome zeigen (siehe auch Interview). Dabei tut so eine Vorsorgeuntersuchung nicht weh – und ein Tabu ist das Thema auch nicht mehr.

Adnan Maral und Ali Güngörmüs jedenfalls haben kein Problem damit. „Ich hab das schon zwei Mal gemacht – vor vier Monaten und vor zehn Jahren“, erzählt Ali, also schon mit 35, und nimmt sich selbst auf die Schippe: „Ich bin ja auch so ein bisschen ein Hypochonder.“ Und Adnan, der Werbebotschafter? „Natürlich war ich schon zur Darmkrebsvorsorge! Dass ich bei der Kampagne mitgemacht habe – ich fand das Thema gut, die Familie meiner Frau Franziska war ja auch schon betroffen.“ Ali weiß: „Wenn der Darm nicht gesund ist, hat das viele Nebenwirkungen auf alle anderen Organe und auf das Gemüt, die Seele – wenn dein Darm gesund ist, bist Du fit. Das hat viel mit Ernährung zu tun und genug Schlaf.“

Alkohol, zu viel Fleisch, zu wenig Gemüse und Ballaststoffe – all das steht im Fokus. Und Franziska Maral weiß auch: „Bei Darmkrebs spielt Zucker eine große Rolle.“ Ali Güngörmüs: „Alles, was Du einseitig zu Dir nimmst, ist schlimm. Wenn ich viel Fleisch esse, merke ich, dass ich dann nicht mehr so gut schlafe. Wenn ich balaststoffreich esse, wie Hülsenfrüchte und Gemüse, ruhe ich viel besser.“ Adnan hat ähnliche Erfahrungen: „Ich hab auch mehr Energie, wenn ich mich gesund ernähre. Ich liebe ja leider auch Zucker, versuche aber, den allein über Früchte zu genießen.“

Die türkische Herkunft von Adnan und Ali hat ihren Geschmack geprägt. Gemüse, Hülsenfrüchte, Kräuter, Gewürze. „Die türkische Küche ist eine der gesündesten Küchen der Welt – leicht und bekömmlich. Hierzulande wird sie gern auf Döner reduziert, doch im Original ist sie sehr abwechslungsreich“, sagt Ali Güngörmüs. Maral und Güngörmüs sind beide in Ostanatolien geboren, kommen aus kleinen Verhältnissen. Adnan erlebte seine ersten Jahre auf 1700 Metern Höhe in einer kargen Berglandschaft in einem Natursteinhaus mit Grasdach ohne fließend Wasser und Elektrizität. Seine Mutter brachte ihn ohne Hebamme in der Küche zur Welt. Ali wurde in einem Lehmhaus geboren. Mit neun Jahren kam er als Gastarbeiterkind nach München, wurde in Frankfurt am Main groß.

Ali Güngörmüs isst nur noch wenig Fleisch

Akzentfrei Deutsch sprechen beide und trotzdem haben sie den Bezug zur Heimat nie verloren. „Wir waren viel im Urlaub dort“, erzählt Adnan. Was in der Türkei mehr zählt als jeder Luxus dieser Welt: Familiensinn, Liebe, Gastfreundschaft und Humor – all das hält gesund; Stress wirkt sich nachhaltig negativ aus, nicht nur auf den Darm.

Ali und Adnan sind Grill-Spezln im BR, aber auch echte Freunde. Der Schauspieler war beim Spitzenkoch zum Essen, so lernten sie sich kennen. Als Adnan mit der Grill-Idee für eine Kochserie um die Ecke kam, war Ali zuerst skeptisch, hat sich aber dann doch überreden lassen, und jetzt ist es ein Riesen-Spaß. „Durch unsere Serie habe ich Grillen gelernt“, lacht Ali. „Es ist nichts gestellt. Wir haben keine Rezepte, es gibt kein Dialogbuch, alles ist spontan. Und wir machen auf brutal regional!“

Ali Güngörmüs geht regelmäßig zum Ganzkörper-Check. Und er genießt diszipliniert, isst nur einmal am Tag – dafür ganz in Ruhe. „Ich kann nicht essen, wenn ich arbeite.“ Vor fünf Jahren hat er seine Ernährung auf viel Gemüse und wenig Fleisch umgestellt. „Seither geht es mir viel besser, habe mehr Energie und sieben Kilo abgenommen.“ Ernährung sei alles. „Dann hast Du auch keinen Alarm im Darm!“

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