Von der Leyen reist nach Kiew

von Redaktion

Auch Österreichs Kanzler bei Selenskyj – Papstreise unklar

Brüssel/Rom – EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will in dieser Woche nach Kiew reisen. Sie werde mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, teilte ihr Sprecher am Dienstag auf Twitter mit. Das Treffen finde vor der für Samstag in Warschau geplanten Geberkonferenz für die Ukraine statt. Am Freitag war bereits EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola in die Hauptstadt des von Russland angegriffenen Landes gekommen.

Auch Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer hat eine Reise in die Ukraine bestätigt. Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teilte das Bundeskanzleramt am Dienstag mit, Nehammer plane in den nächsten Tagen einen Besuch in Kiew. Ziel sei es, die Ukraine bestmöglich humanitär und politisch zu unterstützen. Österreich hat bisher rund 17,5 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds bereitgestellt sowie 10 000 Helme und mehr als 9100 Schutzwesten für den zivilen Einsatz geliefert. Das Land, das nicht der Nato angehört, werde zeitnah weitere humanitäre Hilfe bereitstellen, hieß es. Aus Sicherheitsgründen würden vorerst keine Details zur Reise bekannt gegeben.

Ob Papst Franziskus eine Einladung Selenskyjs annimmt, ist weiter offen. Am Samstag hatte er am Rande einer Reise nach Malta bestätigt, dass eine Einladung nach Kiew vorliege. Der Papst hatte bei seiner Ankunft in Malta Russland beschuldigt, einen grausamen Krieg angezettelt zu haben. Den Namen Putin nannte er nicht.

Nach Aussage des ukrainischen Botschafters am Vatikan versuche „Russland auf jede erdenkliche Art und Weise, formell und informell, zu vermitteln“, dass ein Papstbesuch in Kiew „für sie nicht akzeptabel wäre“. Denn das würde als „klares Zeichen der Unterstützung für die Ukraine verstanden, sagte Botschafter Andrij Jurash dem US-Portal „Crux“. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass Moskau den Papst bei so einer Reise in Gefahr bringen würde. „Ich denke, sie verstehen, dass dies ihr Ende in der zivilisierten Welt wäre.“ Ein Besuch des Papstes in Kiew, so Jurash weiter, „wäre nicht nur ein Gebet für den Frieden, sondern auch ein Aufruf an alle Länder, der Ukraine zu helfen, auch beim Wiederaufbau“.  dpa/kna/epd

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