Das Scheitern der Impfpflicht hat für viel Enttäuschung gesorgt. „Das ist kein guter Tag für die Pandemiebekämpfung“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. „Impfen bleibt ein zentraler Baustein im Kampf gegen die Pandemie“, erklärte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Wenn eine Impfpflicht vorerst nicht komme, sei es nun noch wichtiger, dass jeder seinen Beitrag für eine möglichst hohe Impfquote leiste. „Auch ohne Pflicht müssen wir alle die Ärmel hochkrempeln und anpacken.“
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sprach von „einem Scherbenhaufen“, den alle Parteien zu verantworten hätten. „Es war ein Scheitern mit Ansage“, sagte er unter Verweis darauf, dass die Regierung keinen eigenen Antrag vorgelegt habe.
Diakoniechef Ulrich Lilie kritisierte: „Nach der quälend langen politischen Diskussion konnte sich der Deutsche Bundestag nicht einmal zu der Minimallösung einer Impfpflicht ab 60 Jahren durchringen.“ Der Präsident des Wohlfahrtverbands sprach sogar von „Politikversagen“. Den Preis würden Vorerkrankte, Alte, unter Isolation leidende Kinder und alle anderen bezahlen, „die auf die Solidarität ihrer Mitmenschen angewiesen sind“.
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, sagte: „Es ist sehr bedauerlich. Aus Sicht des Handels ist eine hohe Impfquote nach wie vor das vielversprechendste Mittel, um zu verhindern, dass wir im Herbst wieder vor ähnlichen Herausforderungen und Maßnahmen wie in den vergangenen Jahren stehen.“
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) warnt vor den Folgen. „Damit rückt das Ziel einer notwendigen, hohen Impfquote in der Gesamtbevölkerung in weite Ferne“, so SoVD-Präsident Adolf Bauer. „Nun wird uns bis zum Herbst erneut die Frage begleiten, ob wir ohne eine allgemeine Impfpflicht ausreichend für die pandemiebedingten Herausforderungen in den Herbst- und Wintermonaten gewappnet sind.“ dpa, epd