POLITIK

Habeck gegen Fracking in Deutschland

von Redaktion

Berlin – Trotz der Bemühungen um eine schnelle Energie-Unabhängigkeit von Russland lehnt Wirtschaftsminister Robert Habeck Fracking in Deutschland ab. „Ich glaube, dass das nicht der Weg ist, den wir gehen sollten“, sagte der Grünen-Politiker am Montag in Berlin. Zum einen würden umfangreiche Genehmigungen lange dauern und in der akuten Situation nicht weiterhelfen. Außerdem wolle die Bundesregierung möglichst schnell weg vom Erdgas hin zu erneuerbaren Energien und Wasserstoff. „Und das ist, glaube ich, auch für Fracking und Erdgas nicht der beste Grund für eine Investitionsentscheidung“, sagte Habeck. Derzeit kenne er keinen Antrag eines Unternehmens für Fracking in Deutschland –- weder auf Probebohrungen noch auf tatsächliche Förderung.

Der Vorsitzende der SPD-Europaabgeordneten, Jens Geier, hatte schon vor einer Woche vor einer zu starken Fokussierung auf Gasimporte aus den USA gewarnt. „Bei der Herstellung von Versorgungssicherheit für die EU können die USA zwar eine Rolle spielen“, sagte Geier. In den USA werde Erdgas jedoch „unter extrem umweltschädlichen Bedingungen“ mit Fracking gefördert und setze damit nicht nur Treibhausgase frei. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit sollte auf der Förderung von Alternativen zu fossilen Brennstoffen liegen. „Der Ausbau der Erneuerbaren muss in Kooperation vorangetrieben werden – zum Beispiel in die Richtung eines Klimaclubs.“

Freie Wähler widersprechen Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die umstrittene Fracking-Technologie zur Gasgewinnung in Deutschland nicht ausschließen. „Die Amerikaner haben sich durch Fracking vom Nahen Osten völlig unabhängig gemacht“, sagte der CSU-Chef am Sonntag erneut den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir müssen ergebnisoffen prüfen, was geht und sinnvoll ist.“ Zugleich warb er für den Weiterbetrieb fünf deutscher Atomkraftwerke.

Widerspruch erntet Söder auch aus dem eigenen Kabinett. „Bayern hat Fracking aus gutem Grund untersagt. Daran halte ich fest“, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Freitag in München. Ganz grundsätzlich halte er Fracking für den falschen Weg. „Der Schutz des Grund- und Trinkwassers muss immer Vorrang haben. Die Wasserzukunft Bayerns darf nicht gefährdet werden.“ Nötig sei vielmehr eine regionale Energiewende ohne Erdgas und Erdöl. „Anstatt mit großen Risiken den letzten Rest an fossilen Energieträgern aus der Erde zu holen, sollten wir uns auf den Ausbau aller erneuerbaren Energien konzentrieren“, sagte Glauber. „Die Zukunft der Energieversorgung ist erneuerbar.“  dpa, afp

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