Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat den Umfang des Polizeieinsatzes mit rund 18 000 Beamten rund um den G7-Gipfel verteidigt. Es gehe nicht nur um die Demonstrationen, sondern auch um Sicherheitsmaßnahmen vom Flughafen über München und den Weg zum Gipfel, für weitere Staatsgäste und die Abwehr von Terrorgefahr oder Drohnenangriffen. Daher sei der Einsatz, der rund 180 Millionen Euro kosten soll, nicht überdimensioniert. Zwar habe es im Vorfeld keine Hinweise auf Drohnenangriffe oder Terroranschläge gegeben. Man könne sich aber nicht darauf verlassen, vorher Hinweise zu bekommen. Man müsse solche Veranstaltungen bestmöglich abschirmen.
Muss die EU den nächsten G20-Gipfel boykottieren, wenn Russlands Präsident Wladimir Putin daran teilnimmt? Auf diese Frage gibt es nach Einschätzung von EU-Ratspräsident Charles Michel keine einfache Antwort. „Die erste Reaktion von uns allen ist der Gedanke, dass es natürlich schwierig sein wird, mit ihm an einem Tisch zu sitzen“, sagte Michel gestern am Rande des G7-Gipfels. Andererseits unterstütze man den Ansatz der internationalen Zusammenarbeit, und es stelle sich die Frage, ob man die wichtige Gruppe der 20 (G20) „killen“ sollte. Michel ließ erkennen, dass er kein Verfechter eines Boykotts ist. Es sei wichtig, dass gemeinsam mit der indonesischen G20-Präsidentschaft eine Gipfel-Choreografie sichergestellt werde, die eine klare Verurteilung von Russlands Krieg gegen die Ukraine ermögliche.
Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Vorgehen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gegen Russland im Ukraine-Krieg gelobt. „Ich hätte nie im Leben geglaubt, dass ein deutscher Bundeskanzler sich so engagieren würde“, sagte Johnson vor Beginn des G7-Gipfels. Scholz habe den Ukrainern Waffen geschickt und trotz der großen Abhängigkeit Deutschlands vom russischem Gas eine harte Linie gegenüber Moskau eingeschlagen. Deutschland sehe sich nun „echtem Druck“ ausgesetzt und müsse sein Gas aus anderen Quellen beziehen, sagte Johnson. „Aber sie tun es. Sie geben sich Mühe. Sie bringen das Opfer, (…) weil sie erkennen, dass der Preis der Freiheit es wert ist, ihn zu zahlen.“
Ernste Themen, exklusives Essen: Die G7-Staats- und Regierungschefs haben am ersten Gipfeltag ein abwechslungsreiches Mittagessen serviert bekommen. Die Speisenfolge sah nach dpa-Informationen so aus: Bayrisches Bio-Wagyu-Tatar/gebacken Elmauer grüne Sauce, Escabechegemüse, Meerrettich. Birnbaums Goldforelle aus Landsberg – in Leindotteröl pochiert Estragon-Senfnage, Kohlrabi, Bavaria Juwel – gebräunt. Karamellisierte Schmandtarte Weizengras, falsche Himbeere – geliert.