Wolf (Canis lupus): In elf Regionen in Bayern streifen standorttreue Wölfe durch das Dickicht und vermehren sich. Heuer gibt es laut Uwe Friedel vom Bund Naturschutz zwischen 15 und 25 Exemplare. Mit einer Wachstumsrate von rund 30 Prozent deutschlandweit kämen jedes Jahr weitere dazu. Nachdem der Wolf für 150 Jahre ausgerottet war, erholt sich der Bestand des streng geschützten Tieres – zum Ärger vieler Bauern, die ihre Weidetiere fürchten. Luchs (Lynx lynx): Überfahren, verhungert oder illegal geschossen – auch der Luchs hat es nicht leicht in Deutschland. Seit den 90er-Jahren hat er sich im Freistaat wieder etabliert und ist vor allem im Bayerischen Wald und in Franken anzutreffen. Die Raubkatze ist ein Einzelgänger und kann weite Strecken zurücklegen. In der Regel streifen die Tiere im Schutz der Dunkelheit umher.
Feldhamster (Cricetus cricetus): Die kleinen Nager sind in Bayern vielerorts verschwunden. Einige Populationen gibt es nach Angaben des BN-Experten Steffen Jodl noch in Unter- und Mittelfranken. Die kleinen Tiere leben in Bauten unter Ackerflächen. Jedoch fehle es dem Feldhamster zunehmend an Nahrung und Schutz vor Greifvögeln und Füchsen. Daher sei das geschützte Tier massiv bedroht.
Wildkatze (Felis silvestris): Die Wildkatze pirschte lange Zeit nicht mehr durch den Wald in Bayern. 1984 wurde das Raubtier nach Angaben des Landesamts für Umwelt wieder angesiedelt. Zudem habe es eine natürliche Zuwanderung gegeben – daher sei das Tier unter anderem im Spessart und in der Rhön wieder anzutreffen. Ab und zu verliefen sich einzelne Exemplare auch in die Wälder des Fichtelgebirges. Fällt jedoch zu viel Schnee, könne die stark gefährdete Wildkatze keine Mäuse mehr fangen. Fischotter (Lutra lutra): Den Fischotter gibt es in weiten Teilen Europas. Einst als Fastenspeise und Felllieferant gejagt und fast ausgerottet, konnte das Tier im Bayerischen Wald und an der Grenze zu Tschechien überleben. Von dort aus haben sich die Otter nach Oberbayern ausgebreitet.
Seeadler (Haliaeetus albicilla): Der Seeadler zeigt sich nur selten am Himmel über Bayern. In der Oberpfalz, Mittelfranken, Niederbayern und in Oberfranken gibt es den Vogel laut Landesamt für Umwelt aber noch. Die Adler ernährten sich von Fischen und kleineren Vögeln – nur im Winter werde auch mal Aas in Augenschein genommen. Abschüsse und mutwillige Nestzerstörungen seien ihre größte Gefahr.