HISTORIE

Wenn der Staat für Unternehmen blecht

von Redaktion

München – Schon mehrfach musste der Staat strauchelnden Unternehmen mithilfe von Staatskrediten unter die Arme greifen.

Lufthansa: Schwer gebeutelt durch die Coronakrise, erhielt die Fluglinie einen Staatskredit in Höhe von neun Milliarden erhalten. Die Lufthansa muss das Geld nur teilweise zurückzahlen, dafür gehört das Unternehmen jetzt noch zu 14 Prozent dem Staat (in der Spitze waren es 20 Prozent). Zwar beglich das Unternehmen 2021 die Staatshilfen, musste aber auch viel neue Kapitalmittel aufnehmen. Opel: Weil der US-amerikanische Mutterkonzern General Motors 2008 kurz vor der Insolvenz stand, wurde der Automobilkonzern Opel 2009 mit einem Kredit von 1,5 Milliarden Euro gerettet. General Motors hat seine Schulden inzwischen vollständig beglichen. Commerzbank: Nach dem Kollaps von Lehmann Brothers kam die Bankenkrise 2008/09. Auch Deutschland war schwer betroffen, weshalb sich der Staat Anfang 2009 erstmals direkt an einer großen Privatbank beteiligte. Der Bankenfonds stellte dem zweitgrößten deutschen Geldinstitut eine weitere Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro bereit. Im Gegenzug übernahm der Bund 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank. Derzeit hat der deutsche Staat noch einen Anteil von 15 Prozent. Hypo Real Estate: Auch die Immobilienbank stand aufgrund der Finanzkrise kurz vor der Insolvenz. Um das zu verhindern, verstaatlichte der Bund sie mithilfe von 9,8 Milliarden Euro. Die HRE, die danach wieder zur Deutschen Pfandbriefbank wurde, ist seit Ende letzten Jahres wieder in vollständigem Privatbesitz. Tui: Auch für das Reiseunternehmen aus Hannover lief es in der Corona-Pandemie so schlecht, dass der Staat mit drei Hilfspaketen aushalf, Gesamtwert 4,3 Milliarden Euro. Der Bund konnte jedoch 420 Millionen Euro des investierten Geldes in Aktien umwandeln – zu einem Euro pro Aktie. Aktuell sind die Aktien mehr wert, aber die Kurse fallen seit langem. R. HABTEMARIAM

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