Rund 5500 aktive Satelliten kreisen derzeit um die Erde. 3433 davon stammen aus den USA. Es waren aber nicht die Amerikaner, die den ersten Satelliten ins All brachten. Am 4. Oktober 1957 schoss die Sowjetunion „Sputnik 1“ in den Orbit, der nicht mehr als einfache Signale senden konnte, im Westen dennoch ein großes Bedrohungsgefühl auslöste. Noch heute spricht man vom „Sputnik-Schock“. Nach nur 92 Tagen verglühte „Sputnik 1“ in der Atmosphäre, aber das Rennen um den Orbit war eröffnet.
Heute gibt es verschiedenste Arten von Satelliten, zum Beispiel Navigationssatelliten, Aufklärungssatelliten, Kommunikationssatelliten, Wettersatelliten oder Astrometriesatelliten, die die Position und Bewegung von Sternen messen. Eine immer größere Rolle spielen militärische Satelliten. Auch Raumstationen wie die ISS sind Satelliten, denn ein Satellit ist von der Wortbedeutung her einfach ein künstlicher Raumflugkörper.
Satelliten umkreisen die Erde je nach Funktion in unterschiedlichen Höhen. Bei Höhen von 200 bis 2000 Kilometern spricht man vom Low Earth Orbit (LEO). LEO-Satelliten haben eine Geschwindigkeit von sieben bis acht Kilometern pro Sekunde und benötigen für eine Erdumrundung etwa 100 Minuten. Auf den unteren Bahnen halten sich hauptsächlich optische Aufklärungssatelliten, Wetter- und Forschungssatelliten sowie die ISS auf, worauf dann Radarsatelliten und die ersten Megakonstellationen (große Satelliten-Flotten) wie „Starlink“ von Elon Musk folgen.
Den Bereich zwischen 2000 und 26 000 Kilometern bezeichnet man als Medium Earth Orbit (MEO), also Mittlere Erdumlaufbahn. Hier sind zum Beispiel Navigationssatelliten-Systeme wie GPS, Galileo oder GLONASS unterwegs. Vom Geostationären Orbit (GEO) spricht man, wenn ein Satellit in etwa 36 000 Kilometern Höhe über dem Äquator kreist. Hier sind die Satelliten nur 3,5 Kilometer pro Sekunde schnell, wodurch sie von der Erde aus als stationär erscheinen. TV-Satelliten wie Astra oder Eutelsat nutzen den GEO. Zwischen LEO und GEO kreisen HEO-Satelliten (High Elliptical Orbit) auf stark elliptischen Bahnen. Die Entfernung zur Erde verändert sich ständig, zum Beispiel von 500 auf bis zu 50 000 Kilometer. Hochelliptische Erdorbits eignen sich unter anderem für Forschung, Telekommunikation oder militärische Zwecke. Da sich auch die Geschwindigkeit ändert und diese Satelliten im erdfernsten Punkt am langsamsten sind, kann man sie dort längere Zeit von der Erde aus beobachten. wha