Auf Pest folgt Cholera

von Redaktion

Unterammergau – Thomas Zwink nimmt bei seiner Pandemie-Bilanz kein Blatt vor den Mund: „Corona. Das ist das Schlimmste, was uns passieren konnte.“ Und damit spricht der 58-Jährige für viele Gastronomen. 30 Jahre arbeitete der gelernte Koch bis zum Beginn der Pandemie als Selbstständiger. Davon seit zehn Jahren als „Dorfwirt“ in Unterammergau im Kreis Garmisch-Partenkirchen. Er betreibt das Lokal zusammen mit seiner Frau Brigitte. Das ist keine einfache Dorfwirtschaft, sondern „Deutschlands beste Regionalküche“, wie Restaurantkritiker Jürgen Dollasse einst urteilte. Die Corona-Auflagen setzt Zwink mit einem Berufsverbot gleich. Liquiditätsengpässe gehörten – trotz Coronahilfen, die man jetzt zum Teil wieder zurückzahlen müsse – derzeit bei den meisten Gastronomen zum Alltag. Jetzt können er und seine Kollegen zwar wieder arbeiten. „Aber auf die Pest ist sozusagen die Cholera gefolgt“, sagt er und spielt auf Inflation und Energiekrise an. Viele Gäste könnten sich regelmäßiges Essengehen nicht mehr leisten. „Die Umsatzeinbußen sind jetzt schlimmer als während Corona.“ Deshalb gibt es immer noch Tage, an denen Zwink überlegt, wie es weitergehen soll.  se

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