„Die BayWa ist gut aufgestellt“

von Redaktion

6 FRAGEN AN

Klaus Lutz ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender der BayWa. Ende März gibt er sein Amt ab. Eine Bilanz:

Herr Lutz, wie haben Sie den Wandel der BayWa unter Ihrer Ägide erlebt?

Mir war schnell klar, dass wir das Unternehmen auf breitere Schultern stellen müssen. Da im Inland das Wachstum aus kartellrechtlichen Gründen limitiert war, musste die BayWa zu einem internationalen Konzern werden.

Wie ist das gelungen?

Im Zuge der Finanzkrise der Jahre 2008, 2009 und 2010 haben sich interessante Unternehmen angeboten. Wir konnten Firmen übernehmen, die Wind- und Solarkraftwerke projektieren. In einem zweiten Schritt haben wir unser Obstgeschäft internationalisiert, indem wir mit Turners & Growers den Marktführer in Neuseeland gekauft haben. Im dritten Schritt haben wir schließlich den Getreidehändler Cefetra in Rotterdam übernommen. Heute ist die BayWa einer der wichtigsten Soja-Importeure in Europa.

Welcher Bereich war entscheidend für den Weg zum Weltunternehmen?

Die Erneuerbaren Energien. In diesem Bereich war klar: Wir müssen global werden – also global denken und vor allem global handeln.

Ihr Kerngeschäft Landwirtschaft haben Sie aber nie vernachlässigt.

Das ist richtig. Parallel haben wir zum Beispiel das Traktorgeschäft internationalisiert und sind unter anderem in Südafrika und Holland tätig. Mehr und mehr steht aber auch die Digitalisierung im Mittelpunkt – sowohl bei unseren Geschäftsprozessen als auch in der Landwirtschaft.

Wie erleben Sie die momentane Energiekrise?

Unsere Tochter BayWa r.e. ist im Energiebereich sehr erfolgreich. Allerdings hoffen wir auch, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland rasch vorangeht. Die vorhandenen Hürden müssen vom Tisch.

Wie sieht Ihr persönliches Resümee nach 15 Jahren bei der BayWa aus?

Ich habe in meiner Zeit bei der BayWa viel gelernt. Das Unternehmen ist ein hochkomplexes Modell. Das zu führen, geht nur mit einem Top-Team. Ich bin stolz, dass wir meine Nachfolge ab 1. April mit Marcus Pöllinger intern regeln konnten und mit Marlen Wienert die erste Frau aus dem eigenen Unternehmen in den Vorstand aufgenommen wird. Optimierungsbedarf gibt es natürlich immer, aber derzeit sehe ich keine fundamentalen Änderungen, die nötig wären. Die BayWa ist gut aufgestellt.

Interview: Andreas Daschner

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