Kritik am Derblecken; Zum Nockherberg 2023; Leserforen 6. und 7. März
Die Übereinstimmung bei den Leserbriefen für ein Absetzen von Maximilian Schaf-roth zur Fastenpredigt 2024 am Nockherberg ist eindeutig zu erkennen.
Alternativ empfiehlt ihm sein Auftraggeber einen kompetenten Rhetorikcoach oder noch besser einen Lachyogakurs. Da könnte Herr Schafroth gezielt sein Gelächter einsetzen und nicht unangebracht beim Starkbierfest am Nockherberg.
Brigitte Schwaninger
Olching
Welch ein Aufschrei der konservativen Leserschaft des Merkur! Offenbar fühlen sich viele bis ins Mark getroffen. Schafroths Rede sei „ein rechter Scheißdreck“, „Linksgeschwätz“, „dummes, selbstgefälliges Dauergekichere“ und zum Beispiel „grobschlächtige, unverschämte Rede“. Aber: das ist doch genau das, was diese Leserbriefschreiber selbst auszeichnet: selbstgerechte, grobschlächtige, intolerante, respektlose Rede. Die größten Feinde der Elche sind offenbar selber welche! Toleranz für vielfältige Meinungen tut offenbar, augenscheinlich auch zunehmend not. Vielleicht ist aber auch alles nur ein Gegenderblecken gegen das Derblecken; dann wäre ja alles in Ordnung.
Dr. Michael Kögler
Garmisch-Partenkirchen
Um mit Helmut Qualtinger, einem echten Kabarettisten, zu sprechen, war diese Predigt „a matte Soche“, es fehlte ihr jeder Schwung und Esprit.
Herr Steinfatt wird sein Produkt wohl oder übel gut finden müssen. Und bei Herrn Björn Wilhelm (BR) fehlt, wegen seines NDR-Migrationshintergrunds, die Qualifikation zur Beurteilung. Herr Manuel Pretzl hat mit seinem Urteil ziemlich untertrieben.
Hans Pfleger
Olching
Wenn man sieht, wie viele Zuschriften es zum Thema Fastenpredigt gibt, dann erkennt man, dass der Nockherberg mehr ist als die Reklameveranstaltung einer Brauerei. Auffällig ist, dass man zwar zu allem geteilter Meinung sein kann, dass sich aber alle Zuschriften gegen das Gelache des Vortragenden aussprechen.
Bei der Mainzer Karnevalssitzung zeigt das Tatä-Tatä-Tatä der Kapelle an, wann man zu lachen habe. Ein Kabarettist, der meint, er müsse dieses Schema übernehmen, zeigt in erster Linie, was er selbst von der Qualität seines Vortrags hält. Man kann auch zum letzten Teil seiner Rede geteilter Meinung sein. Wenn man aber die Standing Ovations nicht als Applaus für Maxi Schafroth sieht, sondern als Zeichen der Verbundenheit mit den Opfern diktatorischer Regime, gibt es dazu nur eine Meinung.
Klauspeter Wacker
Bad Tölz
Der bayerische Komiker Karl Valentin hat einmal gesagt, „Humor ist, wenn man gar nicht lacht“, und genau dieser trockene Humor ist doch das Schöne an jedem Witz.
Wenn aber Maxi Schafroth während seiner ganzen Rede nur kichert und meistens der Einzige ist, der über seinen eigenen Witz lachen muss, dann sollten die Verantwortlichen sich ernsthaft fragen, ob sie den Schafroth in Zukunft der Öffentlichkeit noch anbieten können.
Helmut Wagner
Hadorf
Vielen Dank für die Veröffentlichung der mir aus der Seele sprechenden Leserbriefe. Ich dachte schon, ich bin allein mit meiner Meinung über diese grauenvolle sogenannte Fastenpredigt.
Johann Fußeder
München
Ich freue mich zwar immer, wenn einer die Machenschaften in den Reihen der CSU aufdeckt und sich auch noch traut, darüber zu sprechen. Diese gibt es ja unbestreitbar zur Genüge in deren Reihen. Unbestreitbar zeigt sich hier, dass Macht auf Dauer korrumpiert.
Aber ein Maxi Schafroth ist da mit seinem Gefasel und blödsinnigen Kichern nicht der Richtige. Es bräucht schon einen Neuen, bei dem es richtig wehtun tät. Und zwar bei allen anwesenden Politikern.
Bernd Härtl
Fürstenfeldbruck
Was mich mehr als verwundert, ist die Masse an Leserbriefen wegen der Fastenpredigt, als wäre es ein weltpolitisches Ereignis, das man kommentieren müsste. Ganz schnell ist da eine linksgrün-moralische Weltverschwörungstheorie gezimmert. Das ist weder originell noch sachgerecht. Satire darf und muss wehtun, wer bauchgepinselt werden will, soll halt in ein Bierzelt gehen mit endemisch politisch gepeilten Rednern. Was soll das Gejammere wegen des „unpassenden“ Stils. Schafroths „Gekichere“ war stilistisches Mittel und hat seinen Zweck erfüllt, siehe Wutpegel! Schafroth hat dies in seinem Abschlussstatement hinsichtlich Freiheit und Demokratie treffendst dargestellt. Den stehenden Applaus hat er verdient und nicht nur ich war zutiefst bewegt, man hat die Ergriffenheit gefühlt.
Augustin Mayr
Feldgeding