8 FRAGEN AN
Wolfgang Heubisch (FDP) war von 2008 bis 2013 Bayerns Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Ein Gespräch über die Fastenpredigt 2023.
Wo haben Sie den Nockherberg angeschaut?
Zu Hause mit meiner Frau. Wir haben uns sehr gefreut darauf, haben uns sogar eine Brotzeit hergerichtet – ganz traditionell.
Wie fanden Sie denn die Fastenpredigt?
Man erwartet ja immer ein Feuerwerk. Was mich dieses Mal aber sehr gestört hat, war das permanente Kichern von Maxi Schafroth. Ich konnte mich gar nicht mehr auf die Rede konzentrieren, weil ich immer nur drauf gewartet habe: Wann kichert er wieder? Meiner Frau ging es ähnlich. Das war ein Dämpfer, die Pointen sind gar nicht richtig durchgekommen.
Und inhaltlich?
Da hat der Schwung gefehlt, das Hintergründige, das Verreckte, wie man in Bayern sagt. Ja, auch das Mönchische. Bei seinen vorherigen Reden fand ich Maxi Schafroth besser.
Das klingt so, als ob Sie mit ihm nicht so recht warm werden als Fastenprediger …
Ich fand Django Asül, der jetzt im Hofbräu bei der Konkurrenz total Erfolge feiert, am stärksten. Der Mönch schlechthin war Walter Sedlmayr. Der hat den Politikern im besten Bairisch die Leviten gelesen.
Ihnen fehlt eine richtige Figur am Rednerpult?
Ja. Das hat Luise Kinseher viel besser gemacht. Oder Bruno Jonas. Maxi Schafroth ist für mich die am wenigsten eindrückliche Figur in der Reihe der Redner. Aber das ist natürlich eine sehr persönliche Meinung.
Fehlt dem Nockherberg derzeit das Gefühl aus alten Zeiten?
So ist es. Die Urstimmung eines Bierzelts kommt nicht recht rüber.
Kann Maxi Schafroth sich noch steigern?
Die Brauerei wird sicher mit ihm sprechen – ohne in die künstlerische Freiheit einzugreifen. Das macht man in der Politik ja auch, Dinge aufzuarbeiten. Aber eines möchte ich auch sagen: Wir reden von der Fastenpredigt. Aber das Singspiel war noch eine Klasse schlechter, das war unterirdisch.
Wie muss denn eine gute Fastenpredigt sein?
Ich würde mir ein gestandenes Mannsbild vorstellen mit einer guten, kräftigen Stimme. Und Pointen, die nicht nur gegen die Spitzenpolitik gehen, sondern quer durch die Gesellschaft führen. Mehr dem Volk aufs Maul schauen. Vielleicht ist Maxi Schafroth noch nicht gereift genug für diese Rolle.
Interview: Wolfgang Hauskrecht