„Das Internet ist für Ältere oft schwierig“

von Redaktion

3 FRAGEN AN

Seit über sieben Jahren bietet Monika Willms von „SeniorenNet Süd“ wöchentlich Sprechstunden bei Problemen am Computer oder mit dem Handy an. Uns erklärt sie, wovor die ältere Generation am meisten Angst hat – und wie man diese Ängste beseitigt.

Was beobachten Sie in Ihren Sprechstunden?

Viele ältere Menschen haben Angst vor der Digitalisierung. Gerade die über 80-Jährigen fühlen sich oft zu etwas gezwungen, das sie eigentlich gar nicht wollen. Ob „Elster“ bei der Steuer oder der digitale Impfpass. Heutzutage muss man sich mit dem Internet auskennen, um überhaupt was machen zu können. Das ist für ältere Menschen oft sehr schwierig. Hinzu kommt, dass viele einfach Angst haben, etwas Falsches auf ihrem Smartphone zu drücken oder ihre Daten im Internet preiszugeben. Das zeigt sich bei uns in den Sprechstunden deutlich. In den letzten Jahren hat die Nachfrage zu Smartphone- oder Tablet-Kursen stark zugenommen. Die Menschen wollen wissen, wie sie an Informationen kommen können.

Was lernen Senioren in Ihren Kursen?

In den meisten Kursen vermitteln wir Grundkenntnisse, etwas anderes ist selten gefragt. Denn die Leute haben einfach ein Problem, die Technik richtig zu verstehen. Jede zweite Frage ist: Ist das kostenlos? Ich fange also immer bei null an und erkläre erst einmal, was ein Browser oder ein Router ist. Es gibt auch spezielle Sprechstunden, in denen ich auf das Smartphone eingehe. Ich zeige, wie man ein Smartphone richtig einstellt, und helfe bei den typischen Fragen: Worauf muss ich beim Telefonieren achten? Wie schreibe ich eine Nachricht in Whatsapp? Oder wie verschicke ich Bilder? Wenn die Senioren das alles einmal verstanden haben, ist es in der Regel kein Problem mehr – und die Angst vor dem Smartphone und dem Internet ist weg. Allerdings haben viele ältere Menschen Gedächtnisprobleme. Das ist ein echtes Problem. Ich erkläre Dinge manchmal zehn Mal. Man muss also sehr geduldig sein und vor allem viel Zeit haben, da die Menschen immer mal wieder etwas vergessen.

Welche Tipps haben Sie für Senioren?

Ich sage immer: keine Angst vor dem Smartphone. Es ist kein Hexenwerk und man kann nicht wirklich was kaputt machen. Man darf sich gerne austoben und auch mal neugierig sein. Nur merken, wie es zurück zur Ausgangsposition geht, sollte man sich. Die Digitalisierung ist ein Segen. Natürlich muss man aber auch über Gefahren und Betrüger im Internet aufklären.

Interview: Anna Liebelt

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