Der Grund, warum Christel Walkhoff seit 30 Jahren an Wallfahrten teilnimmt, ist für sie einfach: „Glaube. Nicht mehr und nicht weniger.“ Und der spielt für die Münchnerin schon ihr Leben lang eine große Rolle. „Ich weiß einfach, dass ich jemandem meinen ganzen Kummer vor die Füße werfen kann und ich dabei das Gefühl bekomme, da hilft mir jemand.“ Ob sie heuer ihre schwarzen Schuhe schnüren und die Ramersdorfer Wallfahrt mitmachen kann, weiß die 84-Jährige noch nicht. „Meine Füße machen leider nicht mehr so mit – also muss ich schauen, wie meine Tagesform ist.“ Die Wallfahrt am 3. September führt in München (Start 8.30 Uhr) von St. Peter nach Maria Ramersdorf – die älteste Wallfahrtskirche in Bayern. Dauer: rund zwei Stunden. do
Seit Jahrhunderten findet an Mariä Himmelfahrt das Kräutersegnen statt. Gabriele Reger und Brigitte Brunnhuber vom Frauenbund machen sich am Wochenende auf und sammeln dafür Kräuter. Am Montag werden die riesigen Mengen von Pflanzen gemeinsam zu Buschen gebunden, an Mariä Himmelfahrt verkauft und dann gesegnet. „Das ist der wichtigste Tag für uns vom Frauenbund“, sagt Gabriele Reger, die jedes Jahr mit anderen Frauen zum Kräutersammeln auf eine Münchner Wiese geht.
Welche Pflanzen in den Kräuterstrauß dürfen, steht auf einer Liste. Mindestens sieben müssen es sein (Anzahl der Schöpfungstage), höchstens 99 (33 mal 3 als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit). Brigitte Brunnhuber macht sich alleine auf den Weg. In den Bergwiesen bei Bad Kohlgrub und am Walchensee schneidet sie Pfefferminze und Dost. „Man stimmt sich mit allen Sinnen auf Mariä Himmelfahrt ein, ist sich der Schöpfung, der Natur und ihrer heilenden Wirkung so noch bewusster“, sagt sie. Früher bestand die Hausapotheke in vielen Familien aus den Kräuterbuschen des Feiertages. In den Raunächten wurden die getrockneten Sträuße angezündet und damit zum Beispiel Viehställe ausgeräuchert – in der Hoffnung, dass im kommenden Jahr alle gesund bleiben. do