Hagen: „Aiwanger hat überhaupt kein Problembewusstsein“

von Redaktion

Wie geht es weiter in der bayerischen Politik? Wir haben Martin Hagen gefragt, Spitzenkandidat der FDP.

Herr Hagen, was erwarten Sie heute von Hubert Aiwanger.

Dass er klar Schiff macht. Warum war das Pamphlet in seinem Schulranzen? Hat er es verteilt? Warum wurde ausgerechnet er verdächtigt und zur Rechenschaft gezogen? Vor allem sollte Aiwanger erklären, wie er inhaltlich dazu stand. Er war ja an seiner Schule offenbar für eine rechtsextreme Gesinnung bekannt.

Ihnen fehlt eine klare Distanzierung?

Genau. Man sollte jedem zugestehen, dass er im Laufe seines Lebens dazulernt. Seine Haltung verändert. Aber entscheidend ist ein aufrichtiger Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Und den erkenne ich bei Hubert Aiwanger bislang nicht.

Im Gegenteil: Gegen die Veröffentlichung hat er mit Klage gedroht.

Und dann eine lapidare Erklärung abgegeben. Als wäre die Sache damit vom Tisch. Offenbar hat er überhaupt kein Problembewusstsein.

Was heißt das für die Regierung?

Die Frage lautet: Kann sich Bayern einen stellvertretenden Ministerpräsidenten leisten, der eine braune Vergangenheit hat und einen selbstkritischen Umgang damit verweigert?

Was empfehlen Sie Markus Söder?

Er muss mit seinem Stellvertreter Klartext reden. Er muss Antworten statt Ausflüchte verlangen. Und er muss sich überlegen, ob die Koalition mit den Freien Wählern nicht eine Belastung für Bayern ist.

Die FDP stünde bereit?

Mit der FDP gäbe es jedenfalls eine seriöse, bürgerliche Option.

Wenn Sie in den Landtag kommt.

Das haben die Wählerinnen und Wähler ja in der Hand. FDP wählen heißt Schwarz-Gelb ermöglichen. Ich glaube, das wäre auch vielen CSU-Anhängern lieber als Schwarz-Grün.

Interview: mik

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