„Personalkosten, Indexmieten, Rohstoffkosten: Wir haben einen förmlichen Kosten-Tsunami. Ein gewaltiger Faktor sind dabei die Energiepreise geworden: Die haben sich um den Faktor zwei bis vier erhöht. Inzwischen machen sie sicher neun bis elf Prozent am Verkaufspreis aus. Wir Bäcker tun uns schwer damit, die Preise eins zu eins weiterzugeben. Vergangenes Jahr und zum Jahreswechsel hatten wir einen hohen Kundenverlust – eben weil Preise angepasst wurden. Viele würden sich gern die bessere Qualität kaufen, können es sich aber nicht mehr leisten und gehen dann zum Einzelhandel. Wir stehen ja auch in harter Konkurrenz.
Mit der sinkenden Inflation können wir gerade wieder einen Teil der Kunden zurückgewinnen. Deshalb versuchen viele Bäcker den Preisanstieg moderat zu halten und wirtschaften lieber auf Kosten der eigenen Marge oder sogar der Ersparnisse. Das geht eine Zeit lang, darf aber nicht zur Routine werden. In Zahlen: Der Preis für Backwaren besteht heute zu 50 Prozent Personalkosten, 20 Prozent machen die Rohstoffe aus. Dazu kommen rund zehn Prozent Miete und zehn Prozent Energiekosten. Von den restlichen zehn Prozent müssen Fahrzeuge, Sprit, Versicherungen, Reinigung usw. bezahlt werden, und nach Möglichkeit soll auch noch ein Gewinn übrigbleiben – das kann nicht funktionieren. Zum Jahreswechsel droht uns dann noch die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer um zwölf Prozentpunkte. Wenn das passiert, bleibt uns nichts anderes übrig als die Preise anzuheben. Deshalb müssen die Energiepreise dringend sinken. Der Brückenstrompreis ist dabei die EEG-Umlage durch die Hintertür, schon da ist die Industrie subventioniert wurden. Wir Handwerker können zwar nicht ins Ausland abwandern, aber wir stellen hier sichere Arbeitsplätze, bilden aus und zahlen Steuern. Jede Energiepreissenkung muss auch beim Mittelstand ankommen.“