Das sagt der Chemie-Betriebsleiter

von Redaktion

In Deutschland zahlen wir für den Strom aktuell einen Preis im niedrigen zweistelligen Cent-Bereich die Kilowattstunde – und es gibt gerade keine Anzeichen, dass sich das so schnell ändert. Ein Mittelständler leidet natürlich auch unter den hohen Kosten, verkauft aber tendenziell öfter im Inland und kann seine Preise deshalb eher im Rahmen der Inflation anpassen.

Wir verkaufen 80 Prozent unserer Waren außerhalb von Deutschland. Da haben wir es mit Konkurrenten zu tun, die teilweise unter vier Cent bezahlen. Deshalb haben wir heute schon Schwierigkeiten, die entsprechenden Preise auf dem Weltmarkt durchzusetzen. Die Preise für Polysilizium, unser energieintensivstes Produkt, sind stark gefallen.

Wir brauchen einen Brückenstrompreis, um in der Übergangsphase der Energiewende wettbewerbsfähig zu bleiben. Fünf Jahre sind da auch ein realistischer Zeitraum – wenn jetzt alles richtig gemacht wird. Da geht auch schon viel in die richtige Richtung. Wir unterstützen beispielsweise die Pläne eines großen Windparkprojekts im Landkreis Altötting, das ab 2027 Strom liefern soll. Der zeitnahe Ausbau von Wind, Photovoltaik und Stromtrassen würde uns helfen, die Strompreise wieder deutlich in den einstelligen Bereich zu drücken. Und damit können wir arbeiten: In Deutschland gab es schon immer höhere Energiepreise, wir können das bis zu einer gewissen Grenze durch höhere Produktivität wettmachen. Allerdings ist diese Grenze aktuell deutlich überschritten. Letztlich ist ein Industriestrompreis eine gute Geschäftsstrategie, sich rechnet.

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