„Der Zubau der Erneuerbaren wird eine gewisse Erleichterung bringen, aber wir wissen nicht wie sehr. Ich glaube nicht, dass wir in drei bis fünf Jahren mit günstigerem Strom rechnen dürfen. Deshalb kann ein Industriestrompreis schnell zu einer Dauersubvention werden, die man schwer wieder loswird.
Außerdem muss man zwei Dinge sehen: Zum einen hat Deutschland nicht die höchsten Strompreise aller industrialisierten Länder, Italien ist ein Beispiel. Zum anderen genießt die energieintensive Industrie schon große Vergünstigungen, etwa bei der Stromsteuer und den Netzentgelten. Wenn wir den Strompreis subventionieren bekommen wir allein ein Problem beim CO2-Preis: Der muss steigen, wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen. Wenn aber für einen großen Teil der Staat die Mehrkosten trägt, fehlen ihm die Anreize, den CO2-Preis zu erhöhen.
Was wir kurzfristig für alle Verbraucher tun können, ist die Stromsteuer zu senken. Davon hat die energieintensive Industrie erstmal nichts, aber wir können und müssen uns etwa die Körperschaftssteuer anschauen. Da sind wir inzwischen in der G7-Spitzengruppe – und das würde alle entlasten. Natürlich ist es für die energieintensive Industrie gerade schwer: Aber eine BASF investiert nicht primär wegen der Energiekosten in den USA und China, sondern wegen niedrigerer Regulierungen und weil sie den Markt erschließen wollen.“