TIERVERSUCHE

Mit Affen wird auch heute noch geforscht

von Redaktion

München – In Deutschland definiert das Tierschutzgesetz, zu welchen Zwecken Tierversuche zulässig sind: Grundlagenforschung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten bei Menschen und Tieren sowie die Sicherheitsüberprüfung von Arzneimitteln und Chemikalien. Die Versuche müssen laut Gesetz zur Beantwortung der wissenschaftlichen Frage unerlässlich sein und der erwartete Erkenntnisgewinn in einem ethisch vertretbaren Verhältnis zum Leiden der Tiere stehen. Gibt es alternative Methoden, die die geforderten Erkenntnisse liefern, müssen diese angewendet werden.

Ebenfalls als Tierversuch gelten laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Veränderungen des Erbguts und die Zucht genetisch veränderter Tierlinien. 2021 war etwa die Hälfte der eingesetzten Tiere genetisch verändert. Auch die blanke Entnahme von Organen gilt als Tierversuch.

Alle in Deutschland genehmigten Tierversuche sind in der Datenbank „AnimalTestInfo“ anonymisiert erfasst und öffentlich einsehbar. Seit 2021 wird dort auch die Zahl der genetisch veränderten Tiere erfasst, die für Versuche gezüchtet, aber nicht verwendet und trotzdem getötet wurden.

Zuständig für die Genehmigung sind die Bundesländer, die die Versuchstiermeldungen anonymisiert an das BfR weiterleiten. Das BfR wiederum übermittelt die Zahlen an die Europäische Kommission, die eine ebenfalls frei zugängliche Datenbank (ALURES) auf EU-Ebene unterhält.

Nach Angaben des zum BfR gehörenden Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren wurden in Deutschland 2021 rund 1,86 Millionen Tiere in Versuchen eingesetzt, rund zwei Prozent weniger als 2020. Dazu kommen rund 644 000 Tiere, die zu wissenschaftlichen Zwecken getötet wurden. Rund 71 Prozent der Tiere waren Mäuse, weitere 24,6 Prozent Fische, Ratten, Kaninchen und Vögel.

Menschenaffen wurden laut dem BfR in Deutschland zuletzt 1991 bei Versuchen eingesetzt – also vor mehr als drei Jahrzehnten. Auch die EU-Datenbank weist keine Versuche in EU-Ländern mit Menschenaffen aus. Zu den Menschenaffen zählen Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans.

Allerdings wird durchaus noch mit Affen geforscht. Für Deutschland waren 2021 1886 Versuche mit Affen und Halbaffen gemeldet. EU-weit wurden 4784 Affen eingesetzt: 54 Halbaffen, 196 Marmosetten und Tamarine, 4220 Makaken, 227 Rhesus-Affen, 34 Grünmeerkatzen und 53 Paviane.

Die Zahl der in der EU eingesetzten Tiere lag 2020 bei rund acht Millionen, darunter 3,9 Millionen Mäuse, 665 000 Ratten, 344 000 Kaninchen, 73 500 Schweine, 424 000 Hühner und 220 000 Fische.  wha

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