München – David Fryburg ist überzeugt: Die meisten Menschen sind gut. „Freundlichkeit“, schreibt der US-amerikanische Wissenschaftler und Arzt in einem Artikel, „ist nicht nur eine nette und moralische Eigenschaft. Sie ist in unserer Biologie verankert.“ Gleichzeitig machten ihn die vielen negativen Nachrichten aus der Welt mürbe. Deshalb gründete er im Jahr 2014 mit seinem ältesten Sohn Jesse die Non-Profit-Organisation „Envision Kindness“, was übersetzt so viel bedeutet wie „die Freundlichkeit vor Augen führen“. Fryburgs Theorie dahinter: Wer Gutes sieht und Gutes tut, dem geht es auch gesundheitlich besser.
Ein Projekt der Organisation ist der Fotowettbewerb „Our World is Kind“ – unsere Welt ist freundlich. Fotografen aus aller Welt schicken Bilder ein. Heuer fand der Wettbewerb zum fünften Mal statt. Mehr als 3000 Bilder haben Fryburg dieses Mal erreicht. Bilder, die Geschichten erzählen, zum Beispiel vom Wiedersehen einer Großmutter mit ihrem Enkelsohn nach Corona, von einem Buben, der zärtlich ein neugeborenes Küken hält. Oder von einem chinesischen Ehepaar: Beide sind schon über 90 und seit sieben Jahrzehnten verheiratet. Aber die Verbundenheit ist noch da. Jeden Tag kämmt der Mann seiner Frau liebevoll das Haar. Der Fotograf Zhu Wei hat das festgehalten. „Old Companion“ heißt das Bild, alter Gefährte.
Gewonnen hat heuer aber ein anderes Bild (siehe Titelseite). Es zeigt eine junge Frau, die in Myanmar einen Hund aus einer brennenden Hütte rettet. Der Fotograf Aung Kyaw Zaw war zufälliger Augenzeuge. Der Hund, schreibt er, habe inmitten der Flammen vor Angst geschrien. Das Mädchen sei ins Feuer gelaufen und habe ihn gerettet. Diese Szene hielt Aung Kyaw Zaw mit seiner Kamera fest.
Auf dieser Seite erzählen wir weitere kleine Bildergeschichten des Wettbewerbs. Es ist eine zufällige Auswahl. Mehr Fotos finden sich im Internet bei „Envision Kindness“ unter www.envisionkindness.org. Wenn man dort das gewünschte Foto anklickt und auf „i“ drückt, erscheint der Text dazu.