Umweltministerin Lemke offen für Nutzung von Biodiesel

von Redaktion

Berlin – Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) hat sich offen für die Nutzung von Biodiesel in der Landwirtschaft gezeigt. Mit Blick auf die aus Getreide gewonnenen Kraftstoffe sagte sie dem ARD-Hauptstadtstudio: „Wenn wir die für die Landwirtschaft reservieren und dort einsetzen können, dann halte ich das auch als Umweltministerin für eine sinnvolle Lösung.“ Damit rückt Lemke teilweise von ihrer Haltung ab, die Herstellung von Biosprit bis 2030 beenden zu wollen.

An einem Verbot von Biokraftstoffen für Pkw scheint die Ministerin aber festzuhalten. So sei es nicht sinnvoll, dafür auf begrenzter Ackerfläche in großem Umfang Treibstoffe herzustellen. „Das ist nicht effizient, das ist nicht gut für die Natur“, sagte Lemke. Demnach laufen im Umweltministerium derzeit Gespräche zu dem Thema.

Lemke kann sich indes auch Steuererleichterungen oder eine Befreiung auf Pflanzenkraftstoffe in der Landwirtschaft vorstellen. Damit ergebe sich ein Anreiz zur Umrüstung landwirtschaftlicher Fahrzeuge, da nicht alle Motoren für Biosprit geeignet seien. Sie äußerte sich unter dem Eindruck von Protesten der Landwirte gegen die Kürzung von Subventionen für die Landwirtschaft, vor allem beim Agrardiesel. Die Herstellung von Biodiesel ist vor dem Hintergrund der weltweiten fragilen Nahrungsmittelproduktion – gemeint ist die Debatte um die Frage: Tank oder Teller – umstritten.

Unterdessen hält der Strukturwandel in der Landwirtschaft an, hat sich aber nach Angaben des Statistischen Bundesamts verlangsamt. Während die Anzahl tierhaltender Betriebe seit 2020 bis zum 1. März 2023 um vier Prozent zurückgegangen ist, wuchs von 2020 bis 2023 die Zahl der Betriebe mit ökologischem Landbau um rund 10 Prozent. Die Ökobetriebe machten damit einen Anteil von 11 Prozent an allen landwirtschaftlichen Betrieben aus. Auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche stieg gleichen Zeitraum um 16 Prozent. Das entspricht einer Fläche von rund 1,85 Millionen Hektar. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten Landwirtschaftsfläche damit ebenfalls etwa 11 Prozent. Die deutschen Bauernhöfe haben im vergangenen Jahr 16,6 Millionen Hektar Fläche bewirtschaftet.

Zum 1. März 2023 wurde von 161 700 Betrieben Tiere gehalten (bei 255 000 Bauernhöfen insgesamt). In Ställen und auf Weiden standen 10,9 Millionen Rinder, 22,4 Millionen Schweine, 1,8 Millionen Schafe sowie 162 600 Ziegen und 167,3 Millionen Stück Geflügel.

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