5 FRAGEN AN
Florian Schörghuber ist Vorstandsmitglied der Münchner Schörghuber-Gruppe, zu der unter anderem Paulaner gehört. Mit seinen 29 Jahren zählt er selbst noch zur Generation Y.
Herr Schörghuber: Sie sind selbst erst 29 Jahre alt – sind Sie mit den Vorstellungen Ihrer Generation einverstanden?
Ich erkenne mich in den Ergebnissen jedenfalls wieder. Mich freut, dass traditionelle Werte immer noch eine große Rolle spielen. Es ist schön, dass noch viele den Wunsch haben, langfristig eine Familie zu gründen. Oder auch, dass die meisten das Büro und damit die Interaktion mit ihren Kolleginnen und Kollegen dem Homeoffice vorziehen.
Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Studie?
Für uns als Unternehmen, das auch im Immobilienbereich tätig ist, ist es wichtig zu verstehen, wie die Menschen arbeiten und leben wollen. Viele Projekte sind auf eine Laufzeit von acht bis zehn Jahren ausgelegt. Da helfen uns die Studienergebnisse, uns besser darauf vorzubereiten, was in Zukunft gefragt sein wird.
Haben die Vorstellungen der jungen Menschen bereits Einfluss auf die Arbeitswelt?
Mit Sicherheit, das sehen wir bei den Arbeitsmodellen. Homeoffice spielt eine wichtige Rolle. Bei uns gibt es daher schon jetzt die Möglichkeit, pro Woche zwei Homeoffice-Tage zu nehmen. Wir bemühen uns darüber hinaus, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem Arbeit Spaß macht und Motivation sich voll entfalten kann. Gerade hier dürfen wir nicht aufhören, besser werden zu wollen.
Wirkt sich die Erwartungshaltung der jungen Generation positiv oder negativ auf die Wirtschaft aus?
Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Das Spannungsverhältnis zwischen den Vorstellungen, dass Arbeit Spaß machen soll, aber eigentlich nur dazu da ist, um Geld zu verdienen, stellt uns als Unternehmen schon vor einige Fragen. Da muss die Wirtschaft einen Weg finden, auch weiterhin zur Arbeit zu motivieren.
Wie muss sich die Arbeitswelt anpassen?
Wir kennen die Bedürfnisse der Generation Future jetzt besser. Wir werden auch weiter ambitionierte Ziele formulieren, klar benennen, wohin wir als Unternehmen wollen. Innerhalb dieser Ziele muss es aber Gestaltungsfreiheiten geben, sodass sich die junge Generation verwirklichen kann. Nur so ermöglichen wir Identifikation mit dem Unternehmen und den Aufgaben, nur so werden wir Mitarbeiter der Generationen Y und Z für uns finden und halten.
Interview: Julian Baumeister