Mal kurz ablegen können sich die Besucher der Landesgartenschau auf den vielen Sitzflächen im Park.
Django Asül kommt am 13. Juli. © Landesgartenschau
Claudia Koreck tritt am 12. Juli auf. © Honu-Lani-Records
Der Spielplatz Keltenwelten ist ein Paradies für Kinder von 3 bis 16 Jahre auf rund 3000 Quadratmetern.
150 000 Blumenzwiebeln wurden für die Landesgartenschau gepflanzt – jede Zwiebel liebevoll per Hand.
Das Herzstück des neuen Parks: Der See in der Sphäre „Wasser“ der Bayerischen Landesgartenschau. © alle Fotos: marcus schlaf
Kirchheim – Eine Gemeinde zu sein – das ist nicht immer ganz einfach. Im Zuge der Bayerischen Gebietsreform waren Kirchheim und Heimstetten zusammengelegt worden. Im Jahr 1978 war das, vor fast einem halben Jahrhundert. Aber wer von einem Ortsteil in den anderen wollte, musste wie davor die Hauptstraße entlangfahren. Diese Lücke wird durch die heute beginnende Landesgartenschau und den zehn Hektar großen neuen Ortspark auf kreative Weise geschlossen. Die Hauptstraße wurde zurückgebaut und ist fünf Naturräumen und 800 neu gepflanzten Bäumen gewichen. Die Schau dauert bis 6. Oktober, das sind 145 Tage. Geöffnet ist täglich ab 10 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Kassen schließen um 18 Uhr. Letzter Einlass ist um 19 Uhr, außer bei Abendveranstaltungen.
■ So wurde der Park geplant
Die Planer haben den Park in fünf sogenannte Sphären unterteilt – Garten, Wildnis, Wasser, Wald und Wiese; wobei ein bestehendes Wäldchen mit einbezogen wurde. Die Sphären bilden einen Park mit „starken sinnlichen Kontrasten, mit nutzbaren Räumen und natürlichen Lebensräumen direkt nebeneinander“, wie die Planer betonen. Verbunden werden die Sphären durch den „Achter“, die zentrale Fußgänger- und Radwegschleife durch den Park. Der autofreie Ortspark wird nach der Landesgartenschau die neue grüne Lunge Kirchheims.
Stolze 101 000 Quadratmeter ist der Park groß. Rund 2000 Bäume spenden Schatten. 318 Bäume bilden die neuen Jahrgangswäldchen in der Sphäre Garten: Hier wurde für jedes Baby, das 2021, 2022 oder 2023 in der Gemeinde Kirchheim geboren wurde, ein Apfelbaum gepflanzt.
Das Konzept baut auf dem Prinzip des „Gemischten Doppels“ auf. Das heißt, dass jede heimische Baumart ein „Double“ aus den Reihen der sogenannten Klimabäume erhält. Klimabäume sind den Anforderungen des Klimawandels, zum Beispiel langen Trockenheitsperioden, besonders gut gewachsen. Das soll dem Ortspark ein stabiles immergrünes Gesicht geben.
Natürliches Wachstum und künstliche Pflanzung existieren nebeneinander: In Wiesenräumen blühen artenreiche Gräser- und Blumenmischungen wild und frei. Entlang der Wege wurden Blumenrabatten mit Sommerflor gepflanzt. Staudeninseln ergänzen die Blumenvielfalt. Die Zusammenstellung soll auch neue Lebensräume für Insekten und andere Tiere schaffen.
■ Die fünf Sphären
Garten: Im obersten Teil der Gartenschau laden eine Streuobstwiese, Solitärbäume, Sträucher und Stauden mit essbaren Früchten zur Verkostung ein. Die Bürgergärten werden bereits bewirtschaftet.
Wildnis: Diese Sphäre ist naturbelassen und von fünf Inseln durchzogen: Yogainsel, Schmetterlingsinsel, Felseninsel, Spinneninsel, Fluginsel. Jede Insel bietet Möglichkeiten für Sport, Bewegung und Spiel sowie für Umweltbildung. Wasser: Die Mitte des Parks widmet sich dem Thema Wasser – in Form des Parksees, der das Herzstück des Parks ist. Direkt am See liegen das Rathaus und der neue Bürgersaal. Wald: An den See schließt die Sphäre Wald an. Hier wurde ein bestehendes Wäldchen mit Neupflanzungen kombiniert. Der zentrale Spielplatz ist für alle Altersgruppen konzipiert, der Aussichtshügel im Wäldchen gibt den Blick in Richtung Süden frei. Bei sonnigem Wetter sieht man von hier aus die Alpen. Wiese: Im Süden ist der natürlichste Teil des Parks. Hier blühen Blumen, Insekten schwirren umher. Es gibt Fitnessgeräte für Jung und Alt. Herzstück ist der neue Generationenplatz zwischen Gymnasium und Seniorenzentrum.
■ Die Blumen
Rund 150 000 Blumenzwiebeln wurden für die Landesgartenschau gepflanzt. Verblühtes wird während der Gartenschau durch Sommersorten ersetzt, die erst nach den Eisheiligen gesetzt werden dürfen. Zwischen den Blühflächen und mehr als 25 000 Quadratmetern Wiese ist auf weiteren 14 000 Quadratmetern Rasen angesät worden, auf dem die Besucher relaxen können.
■ Veranstaltungen
Rund 3500 Veranstaltungen hat die Landesgartenschau im Programm. Claudia Koreck (12. Juli), Django Asül (13. Juli), Ami Warning (16. Juni), die Double Drums (14. September), Quadro Nuevo (19. Juli) und viele andere Künstler werden auf den Bühnen der Landesgartenschau auftreten. Dazu gibt es ein Kino-Open-Air vom 3. bis 9. Juni, Workshops, Ausstellungen und ein großes Kinderprogramm, zum Beispiel das KNAX-Kinderfest am 15. Juni. Am 20./21. Juli ist Landesgartenschau-Sommerfest mit der Band „Flatout“, am 27. Juli die „Radio Arabella Disco Night“, am 4. August Familienfest mit Maskottchen-Parade. Alle Veranstaltungen unter www.kircheim2024.de.
■ Thementage und -wochen
Von Montag bis Freitag sind Thementage. Der Montag („Natur fühlen“) ist für Naturbewunderer und Schmetterlingsfreunde. Am Dienstag heißt es „Miteinander bewegen“. Mittwochs („Füreinander“) wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, immer donnerstags kann man „Kraft tanken“, wobei es auch um Spiritualität geht. Der Freitag („Einfach sein“) ist zum Innehalten und Nachdenken über ein nachhaltigeres Morgen gedacht. Die Thementage spiegeln sich auch bei den rund 90 Ausstellern wider. Außerdem gibt es Themenwochen. Für Familien stehen drei Wochenenden im Fokus: Am 15./16. Juni ist Blaulicht-Wochenende mit Feuerwehr, Polizei, DLRG und Wasserwacht. Am 3./4. August folgt das Maschinen-Wochenende mit dem Walking-Act „Herde der Maschinenwesen“, am 14./15. September heißt es „Junge Kultur“ mit einem bunt gemischten Kulturprogramm für alle Altersklassen.
■ Eintrittspreise
Die Tageskarte für Erwachsene kostet 19,50 Euro, Kinder bis einschließlich 17 Jahre haben freien Eintritt (bis einschließlich 12 Jahre Zutritt nur in Begleitung eines Erwachsenen). Rentner zahlen 17,50 Euro, zudem gibt es ermäßigte Karten (16 Euro) für Menschen mit einer Behinderung (ab 50 Prozent, bei Merkzeichen B, H, aG und BI im Ausweis freier Eintritt für Begleitperson), Schüler, Azubis, Studenten, Freiwilligendienstleistende, Bezieher von Bürgergeld/Grundsicherung, Berechtigte nach dem AsylbLG und Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte. Tageskarten können an einem beliebigen Tag eingelöst werden, alle Veranstaltungen an diesem Tag sind inklusive. Gruppen ab 20 bis 100 Personen zahlen 17 Euro pro Person. Die Dauerkarte kostet 125 Euro, 115 Euro für Rentner und 80 Euro ermäßigt (siehe Tageskarte). Alle Veranstaltungen sind inklusive. Karten können vor Ort oder auf der Homepage der Landesgartenschau erworben werden. Führungen (max. 25 Personen) sind online buchbar.
■ Anreise
Mit der S2, Halt Heimstetten (barrierefrei), sowie mit den Buslinien 262 und 263. Von der S-Bahn sind es 7 bis 10 Minuten zu Fuß. Oder mit dem Bus 263 zur Haltestelle Gymnasium (Kasse Heimstetten) bzw. dem Bus 262 zur Haltestelle Parkallee (Kasse Kirchheim). Die Busse fahren an der U2-Haltestelle Messestadt Ost (262) bzw. Messestadt West (263). Bei Vorlage des Fahrscheins gibt es einen Euro Rabatt auf die Tageskarte. Auto: über die A99 oder A94 und die Staatsstraße 2082. Bei der Kasse Kirchheim gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz. Wohnmobile dürfen maximal zwei Nächte auf dem Busparkplatz (Parkallee 20) abgestellt werden.