Füllungen behalten?

von Redaktion

Experte sieht keine Gesundheitsgefahr

München – Ab 2025 ist Schluss mit Amalgamfüllungen in der Europäischen Union (EU). Obwohl die Füllungen nicht gesundheitsschädlich sind, wie Professor Falk Schwendicke, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in München, sagt. „Das wissen wir aus vielen Studien. Amalgamfüllungen verursachen keine psychischen oder systemischen Erkrankungen. Amalgam ist in der Zahnmedizin gut erforscht, es wird schon seit mehr als 100 Jahren verwendet.“ Nur beim Entfernen sei eine gewisse Vorsicht geboten. „Dabei werden teilweise Stoffe freigesetzt, die in größeren Mengen bedenklich sind – die man aber mit Absaugung gut in den Griff bekommt.“

Schwendicke rät, Amalgamfüllungen, solange sie gut sind, in den Zähnen zu lassen. Auch das EU-Verbot sei kein Grund, um Füllungen loszuwerden. Laut Schwendicke spielt Amalgam ohnehin kaum noch eine Rolle. In Deutschland würden nur zweieinhalb Prozent aller Füllungen mit Amalgam gemacht. „Für die meisten Patienten ändert sich durch das Verbot also nichts. Lediglich bei Hochrisikopatienten oder Situationen, in denen die Zähne zügig oder unter schwierigen Bedingungen behandelt werden müssen, kamen bisher Amalgamfüllungen infrage.“

Alternativen seien Kunststoffe und Glasionomere, auch Glasionomerzement genannt. „Kunststoffe weisen bei den allermeisten Patienten eine sehr gute Füllungsqualität auf; die Verarbeitung ist jedoch viel aufwendiger als bei Amalgam. Die Patienten müssen gerade in der Nachsorge mehr mitmachen, um später Probleme mit Karies am Füllungsrand zu vermeiden. Zementfüllungen sind dagegen leichter zu verarbeiten, es muss zum Beispiel nichts geklebt werden. Jedoch sind sie nicht ganz so langlebig wie Amalgamfüllungen.
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