Washington – Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris hat ihrem republikanischen Widersacher Donald Trump Inkompetenz und Bevorzugung der Oberschicht bei Wirtschaftsfragen vorgeworfen. Gehe es nach Trump, „funktioniert unsere Wirtschaft am besten, wenn sie für diejenigen arbeitet, denen die großen Wolkenkratzer gehören“, sagte Harris am Mittwoch im US-Bundesstaat Pennsylvania. Während Trumps Zeit als US-Präsident seien fast 200 000 Fabrikarbeitsplätze ins Ausland verlegt worden, sagte Harris. Das mache ihren Konkurrenten „zu einem der größten Versager aller Zeiten“ in Bezug auf die verarbeitende Industrie. Harris gelobte, „einen neuen Weg vorwärts“ zu zeigen, Investitionen in die verarbeitende Industrie anzukurbeln und die Steuern für Familien und mittelständische Unternehmen zu senken.
In einem Interview mit dem linksgerichteten Nachrichtensender MSNBC kritisierte Harris Trumps Pläne, hohe Zölle auf Importe in die USA zu erheben. „Man wirft nicht einfach mit der Idee von allgemeinen Zöllen um sich“, argumentierte die Demokratin. „Er ist einfach nicht sehr seriös.“
Trump will Firmen in die USA zwingen
Trump wiederum kündigte bei einem Auftritt im US-Bundesstaat Georgia eine aggressive Industriepolitik an – zum Schaden von Handelspartnern wie Deutschland und anderen Ländern. „Wir werden anderen Ländern die Arbeitsplätze wegnehmen“, sagte Trump. „Ich will, dass deutsche Autokonzerne zu amerikanischen Autokonzernen werden.“ Jahrelang hätten die USA „dem Diebstahl unserer Arbeitsplätze durch andere Länder“ zugesehen, sagte der 78-Jährige. „Wir werden ihre Fabriken übernehmen.“ Auch werde er dafür sorgen, dass US-Konzerne wie General Electric und IBM, welche die USA verlassen hätten, „voller Reue zu unseren Ufern zurückkehren“. Bewerkstelligen wolle er dies mit niedrigen Steuern und Energiekosten. Wer sich dafür entscheide, seine Produkte nicht in den USA herzustellen, müsse hohe Zölle bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten entrichten. Trump warnte, eine Klima- und Umweltpolitik, wie Harris sie zur Eindämmung der Erderwärmung anstrebe, führe dazu, dass Unternehmen aus den USA „flüchten“.