Bagdad – Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) plädiert für eine verstärkte Zusammenarbeit im Nahen Osten. Am Rande von Gesprächen im Irak stellte er auch ein größeres Engagement Deutschlands in Aussicht, wenn dies gewünscht sei. In Syrien sei eine Zusammenarbeit mit den neuen Machthabern unter Umständen denkbar. „In den kommenden Monaten wird es jetzt natürlich darum gehen, neue Formate der Sicherheitskooperation zu gestalten in der Region, um deutlich zu machen, dass wir hier Verantwortung übernehmen, auch in Zukunft. Auch mit Blick auf Syrien“, sagte Pistorius. Das erweitere „noch einmal eindeutig das Aufgabenspektrum“.
Pistorius traf in Bagdad den irakischen Ministerpräsidenten Mohammed al-Sudani und den irakischen Verteidigungsminister Thabet al-Abbasi. Beide hätten Berichte über die andauernde Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bestätigt. Pistorius flog weiter zu Gesprächen im nordirakischen Kurdengebiet. Im Januar will er in die Türkei reisen, die den Einfluss der Kurdenmilizen in Syrien so gering wie möglich halten will.
Zu den israelischen Angriffen auf syrische Militäreinrichtungen und Waffenlager sagte Pistorius, diese müsse man angesichts der instabilen Lage in Syrien „in einem größeren Kontext sehen“ und als Maßnahme zur regionalen Sicherheit und darüber hinaus verstehen. Die Vorstellung, dass syrische Giftgaswaffen eine Rolle spielen könnten „bei islamistisch motivierten Anschlägen irgendwo auf der Welt“, wäre kaum erträglich, so Pistorius.